TikTok-Deal: Ein transatlantisches Tauziehen um die Kontrolle
Präsident Donald Trump hat bekannt gegeben, dass sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping die Genehmigung für den Verkauf der US-Operationen von TikTok an amerikanische Investoren erteilt hat. Dennoch betonte er, dass einige letzte Schritte noch geklärt werden müssen. Trump äußerte sich nach einem Telefonat mit Xi optimistisch über den Fortgang des Deals und sieht der endgültigen Abwicklung des Verkaufs erwartungsvoll entgegen.
Sowohl die USA als auch China signalisierten, dass weiter an Details gearbeitet werden muss, um eine Übereinkunft bezüglich des Verkaufs der Mehrheitsanteile von ByteDance an TikTok in den USA zu erzielen. Chinas Außenministerium forderte eine faire Behandlung chinesischer Interessen und betonte die Notwendigkeit eines offenen und fairen Umfelds für chinesische Investoren.
Der Kontakt zwischen Trump und Xi erfolgte kurz nachdem amerikanische und chinesische Verhandlungsführer sich auf einen Rahmenvertrag für den Verkauf der US-TikTok-Anteile an eine Gruppe amerikanischer Käufer geeinigt hatten. Auch wenn Einzelheiten rar sind, bleibt das Ziel, TikTok in den USA am Leben zu erhalten und ein Verbot aus Gründen der nationalen Sicherheit zu vermeiden, im Fokus. Trump stellte zudem die Idee eines „Gebühr-plus“-Modells für die USA in den Raum, ohne jedoch Details zur Struktur oder möglichen Regierungsbeteiligung zu offenbaren.
In Berichten heißt es, dass eine Gruppe amerikanischer Investoren, zu der unter anderem Oracle, Andreessen Horowitz und Silver Lake Management gehören, Kontrolle über eine neue amerikanische Version der App übernehmen würde. Unklar bleibt, wer die Kontrolle über die wertvolle Empfehlungssoftware von TikTok haben wird – ein kritischer Punkt für China. Oracle, ein bereits bewährter Partner bei der Datenspeicherung, soll auch in Zukunft Cloud-Dienste für TikTok bereitstellen.
Die Aktien von Oracle stiegen am Freitag um 4 % und übertrafen damit die allgemeine Marktentwicklung. ByteDance bedankte sich in einer Stellungnahme bei Trump und Xi und versprach, gemäß chinesischem Recht vorzugehen, um TikTok USA weiter seinen amerikanischen Nutzern zur Verfügung zu stellen.
Unklarheiten bestehen zudem bezüglich der Bewertung der lukrativen US-Operationen von TikTok, die auf 35 bis 40 Milliarden Dollar geschätzt wird. Trump verlängerte die Frist für den Verkauf um weitere drei Monate bis Dezember. Der nunmehr vierte Aufschub stößt jedoch auf rechtliche Bedenken, da der 2024 erlassene Sicherheitsgesetz nur eine einmalige Verlängerung erlaubt.
Kritik aus dem Kongress lässt darauf schließen, dass die Angelegenheit noch nicht vollständig gelöst ist. Politiker bekräftigen die Notwendigkeit, jegliche operative Verbindung zwischen ByteDance und dem neuen US-TikTok strikt zu trennen. Die Aufrechterhaltung der nationalen Sicherheit steht dabei an vorderster Stelle.
Wie geopolitische Faktoren, der Wettlauf um künstliche Intelligenz und Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China die Vereinbarung beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Die jüngste Anordnung Chinas, dass ByteDance keine Chips von Nvidia mehr kaufen darf, illustriert die anhaltenden Spannungen.

