Thyssenkrupps Marinewerft TKMS vor Verselbstständigung
Der traditionsreiche Industriekonzern Thyssenkrupp bereitet eine tiefgreifende Veränderung seiner Unternehmensstruktur vor: Die Abspaltung der Marinesparte TKMS steht im Fokus. In einer außergewöhnlichen Hauptversammlung wird heute online entschieden, wie die Zukunft von Deutschlands bedeutendster Marinewerft gestaltet werden soll. Gemäß den Plänen von Management und Aufsichtsrat soll eine neue Holding-Gesellschaft entstehen, von der Thyssenkrupp 51 Prozent halten wird. Die restlichen 49 Prozent werden den aktuellen Aktionären angeboten, was sie zu direkten Anteilseignern von TKMS macht. Geplant ist, die Aktie noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen. CEO Miguel López betonte, dass TKMS durch den Spin-Off mehr Freiheit zur Expansion erhalte und direkten Zugang zum Kapitalmarkt gewinne, um in neue Technologien und Märkte zu investieren. Der Spin-Off ist Teil einer umfassenden Restrukturierung bei Thyssenkrupp, bei der neben der Marinesparte auch weitere Geschäftsbereiche eigenständig aufgestellt und für Investoren geöffnet werden sollen. Eine Ausnahme bildet das Stahlgeschäft, für das ein Joint Venture mit der EP Group des tschechischen Unternehmers Daniel Kretinsky geplant ist. Mit einem exzellenten Ruf im Bereich der nicht-nuklear betriebenen U-Boote, Fregatten und Korvetten hat TKMS seinen Auftragsbestand bedeutend steigern können. Die Sparte beschäftigt rund 8.200 Mitarbeiter und der Unternehmenswert wird durch die geplante Börsennotierung nach außen sichtbar gemacht. Thyssenkrupp zählt neben Stahl und Marineschiffbau auch den Werkstoffhandel, Autoteile und grüne Anlagenbau-Technologien zu seinen Kerngeschäften. Weltweit beschäftigt der Konzern fast 95.600 Menschen.

