EU's Wettbewerbsfähigkeit: Altbekannte Herausforderungen warten auf Lösungen

Die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union steht erneut im Fokus wirtschaftspolitischer Debatten, denn es gibt dringenden Handlungsbedarf, um die Herausforderungen der modernen globalen Ökonomie zu meistern. Der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, und der ehemalige italienische Premierminister, Enrico Letta, haben hierzu in umfassenden Berichten bewährte Lösungsansätze dargelegt, die nun erneut auf den Prüfstand kommen.
Ein essentieller Punkt der Empfehlungen ist die tiefere Integration des Binnenmarktes. Trotz bestehender Maßnahmen behindern diverse Hürden nach wie vor den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen innerhalb der EU und wirken wie verdeckte Zölle. Dieselben strukturellen Probleme erschweren den europäischen Kapitalmärkten die Kommerzialisierung von Innovationen, während die USA hier deutlich besser aufgestellt sind.
Dies bedeutet für europäische Start-ups und Unternehmen, dass die Suche nach Risikokapital innerhalb der EU oft erfolglos bleibt. Darüber hinaus könnte die EU durch koordinierte gemeinsame Einkäufe enorme wirtschaftliche Vorteile erzielen.
Ein geschlossenes Auftreten als Großkunde könnte nicht nur die Kosten senken, sondern auch den administrativen Aufwand erheblich reduzieren. Allen vorgeschlagenen Maßnahmen ist jedoch eines gemein: Sie erfordern, dass nationale Interessen hinten angestellt werden, um im gemeinsamen europäischen Sinne Vorteile zu erlangen.

