Thyssenkrupp: Umbaupläne treiben Aktien in die Höhe
Thyssenkrupp-Aktien erlebten nach einem Pressebericht über weitreichende Umbaupläne einen deutlichen Aufschwung und kletterten am Montagvormittag um 6 Prozent auf 9,15 Euro. Dieser Anstieg machte das Unternehmen zum Spitzenreiter im MDax, der sich nach einer temporären Erleichterung bei Zöllen insgesamt robust zeigte. Ursache für diese Erholung sind Informationen der "Bild", dass CEO Miguel Lopez eine Umwandlung von Thyssenkrupp in eine Finanzholding anstrebt, was den Weg für den Verkauf weiterer Firmenteile ebnen soll.
Der Aufsichtsrat wird voraussichtlich im September den Vertrag von Lopez verlängern. Zudem plant das Unternehmen eine drastische Reduktion der Mitarbeiter in der Essener Zentrale von 500 auf 100 sowie weitere Stellenstreichungen im Verwaltungsbereich. Diese Schritte sollen den eingeschlagenen Kurs der strategischen Transformation weiter untermauern, obwohl sie kurzfristig für Unsicherheit sorgen könnten.
Die seit langem angedachten Umbaupläne, inklusive der Abspaltung des Stahlgeschäfts, gehen auf das Jahr 2000 zurück. 2018 war eine Aufspaltung im Gespräch, 2020 erfolgte der Verkauf der Aufzugsparte, und 2023 brachte man die Tochter Thyssenkrupp Nucera an die Börse. Nun steht der potenzielle Börsengang von Marine Systems im Raum, dessen Sparte von der allgemeinen Rüstungsdynamik profitiert hat. Seit Jahresbeginn verzeichneten Thyssenkrupp-Aktien einen beeindruckenden Zuwachs von fast 134 Prozent und zählen zu den Favoriten im MDax.
Die DZ-Bank, vertreten durch Analyst Dirk Schlamp, sieht in den neuen Plänen eine langfristige Wertsteigerung, verwies jedoch auf den straffen Zeitplan und die Herausforderungen durch mögliche Widerstände sowohl von Arbeitnehmern als auch der Politik.

