Thyssenkrupp Nucera stemmt sich gegen Turbulenzen: Ein Blick auf Chancen und Herausforderungen

Der Elektrolyse-Spezialist Thyssenkrupp Nucera sieht in seinem Chlor-Alkali-Geschäft gegenwärtig eine solide Grundlage, die ihm Stabilität verleiht. Vorstandsvorsitzender Werner Ponikwar bezeichnete diesen Bereich als den aktuellen 'Stabilitätsanker' des Unternehmens. Dementsprechend wird ein wesentlicher Beitrag zum Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 aus dieser Sparte erwartet.
Im Gegensatz dazu bleibt das Geschäft mit Wasserstoff eine Herausforderung. Der Anlagenbauer prognostiziert weitere Verluste in diesem Bereich, die nicht durch Erträge aus der Chlor-Alkali-Sparte ausgeglichen werden können. Bereits Ende November hatte Nucera vorausgesagt, dass der Umsatz bis 2025/26 von 845 Millionen auf 500 bis 600 Millionen Euro sinken könnte. Das EBIT soll zwischen 0 und minus 30 Millionen Euro liegen, nach einem geringen Gewinn von 2 Millionen Euro im Vorjahr. Ponikwar stufte das kommende Jahr als 'Übergangsjahr' ein.
Erfreulich ist jedoch die Aussicht auf eine Wiederbelebung des Neugeschäfts. Nucera setzt auf bedeutende Projekte in beiden Sparten und ein wachsendes Servicegeschäft in der Chlor-Alkali-Sparte. Die erwartete Umsatzspanne ist mit 350 bis 900 Millionen Euro weit gefasst, womit sich Analyst Colin Moody von der RBC Bank eher konservativ zeigt. Das Neugeschäft hatte im Vorjahr aufgrund einer schwachen Wasserstoffnachfrage um 45 Prozent auf 348 Millionen Euro nachgegeben. Trotz der Herausforderungen bleibt Ponikwar optimistisch hinsichtlich der Zukunft des grünen Wasserstoffs und fordert Investitionssicherheit sowie regulatorische Klarheit, um das Potenzial vollständig auszuschöpfen.
In den USA stellen allerdings politische Änderungen, die von erneuerbaren Energien abrücken, ein erhöhtes Investitionsrisiko dar. Die finanziellen Rahmendaten des Unternehmens erscheinen dennoch solide. Für das Geschäftsjahr 2024/25 wurde ein positiver Kassenzufluss verzeichnet, und Nucera kann sich aus eigenem Ertrag finanzieren, bei gleichzeitiger Fokussierung auf Kostendisziplin.
Im Bezug auf den Aktienkurs verzeichnete die Aktie kurzfristig Gewinne und stieg um bis zu 5 Prozent, bevor sie leicht nachgab. Aktuell liegt die Aktie 1,3 Prozent im Plus bei 8,07 Euro, was das Jahresminus auf etwa 24 Prozent reduziert. Im Oktober hatte sie mit 11,90 Euro den höchsten Stand seit 18 Monaten erreicht.

