Thames Water: Rettung in letzter Minute?
Der britische Wasserversorger Thames Water steht vor einer herausfordernden finanziellen Situation. Ohne ein dringend benötigtes Rettungspaket in Höhe von drei Milliarden Pfund könnte dem Unternehmen, das rund 16 Millionen Kunden in London und Südostengland versorgt, bereits nächsten März das Geld ausgehen.
Der Konzern setzt auf seine ranghöchsten Kreditgeber, um das Rettungspaket genehmigen zu lassen und damit einer vorübergehenden Verstaatlichung zu entgehen, wie das Management heute bekanntgab. Thames Water hat sich mit seinen ranghöchsten Gläubigern, den sogenannten Class A-Gläubigern, auf ein umfassendes Finanzierungspaket geeinigt.
Diese "Liquidity Extension Transaction" soll die Liquidität des Versorgers mindestens bis Mai 2026 sichern. Die Zustimmung zu dieser Transaktion würde nicht nur das Fortbestehen von Thames Water gewährleisten, sondern auch die Bemühungen des Unternehmens unterstützen, neue Investitionen zu sichern.
Ohne die dringend benötigte Finanzierung könnte das Unternehmen, so der Chief Executive Chris Weston, gezwungen sein, in das spezielle Verwaltungsverfahren der Regierung einzutreten. Die Genehmigung des Pakets wird bis zum 20. Januar nächsten Jahres erwartet, obwohl einige der nachrangigen Anleihegläubiger, die sogenannten Class B-Gläubiger, noch keine Zustimmung signalisiert haben.
Nächste Woche wird die erste Gerichtsanhörung zu diesem Rettungspaket stattfinden, und das Unternehmen benötigt sowohl die Zustimmung der ranghöchsten als auch der nachrangigen Gläubiger. Der Finanzchef Alastair Cochran äuss;erte sich zuversichtlich, dass der Rettungsplan genehmigt werde, betonte jedoch, dass Vorbereitungen für den Fall getroffen würden, dass das Abkommen scheitere.
Zusätzlich wird der regulatorische Rahmen in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen. Ofwat, die britische Wasserregulierungsbehörde, entscheidet, in welchem Umfang Thames Water die Preise erhöhen darf. Das Unternehmen hat beachtliche Preiserhöhungen von nahezu 60 % beantragt.
Aufgrund der unsicheren Finanzlage gab Thames Water an, dass erhebliche Zweifel über die Fortführungsfähigkeit des Unternehmens bestehen. Derzeit versucht der Versorger, neue Investoren zu gewinnen, darunter Interessenten wie Suez, Castle Water und CK Hutchison Holdings.
Weston äuss;erte Skepsis, ob eine Aufspaltung des Unternehmens, die als mögliche Lösung angesehen wird, die Probleme des Versorgers tatsächlich beheben würde.

