Bitcoin um 44% unter seinem Höchststand, Bitwise sieht dennoch Potenzial für $1 Million

Während Bitcoin derzeit 44% unter seinem Höchststand vom Oktober notiert, sieht Bitwise Asset Management dennoch eine Möglichkeit, dass der Kurs innerhalb eines Jahrzehnts auf $1 Million pro Coin steigen könnte. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Zentralbanken Bitcoin skeptisch gegenüberstehen und der Milliardär Ray Dalio es nicht als sicheren Hafen betrachtet, während Gold nahe seiner Allzeithochs liegt.
Eine andere Berechnungsmethode
Kritiker des $1-Millionen-Ziels argumentieren oft, dass Bitcoin die Hälfte des aktuellen Marktwerts von Gold erreichen müsste. Matt Hougan von Bitwise hält dies jedoch für die falsche Berechnung. Er argumentiert, dass der Marktwert von Gold nicht als feste Größe betrachtet werden sollte, sondern als dynamische.
Seit 2004 ist der Goldmarkt jährlich um etwa 13% gewachsen, von $2,5 Billionen auf rund $38 Billionen, angetrieben durch steigende Staatsverschuldung, geopolitische Spannungen und eine lockere Geldpolitik. Hougan prognostiziert, dass der Markt für Wertspeicher in zehn Jahren etwa $121 Billionen erreichen könnte.
In diesem Szenario müsste Bitcoin nur 17% des gesamten Marktes einnehmen, um $1 Million pro Coin wert zu sein. Dies ist ein deutlich geringerer Anteil als die 50%, die Kritiker oft anführen. Hougan sieht auch institutionelle Investitionen als treibende Kraft, darunter börsengehandelte Fonds, Staatsfonds und wachsende Portfolioallokationen.
„Es gibt noch viel zu tun“, schrieb er in einem Blogpost, „aber ein Sechstel des Wertspeichermarktes in 10 Jahren zu erobern, scheint nicht extrem.“
Die Lücke zwischen Theorie und Realität
Der Erfolg dieser Argumentation hängt davon ab, dass sich Bitcoin langfristig wie Gold verhält. Derzeit ist das nicht der Fall. Gold erreichte im Januar ein Rekordhoch von über $5.327 pro Unze und liegt nur 2,2% darunter. Bitcoin hingegen ist stark gefallen, obwohl die makroökonomischen Bedingungen, die Gold normalerweise stützen, weiterhin bestehen.
Forschungsergebnisse von NYDIG haben diese Diskrepanz direkt angesprochen. Bitcoin wird derzeit nicht als makroökonomischer Schutz, als Absicherung gegen staatliche Risiken oder als Inflationsschutz bewertet, so der globale Forschungsleiter des Unternehmens.
Diese Diskrepanz erklärt die Frustration darüber, dass Bitcoin trotz des Labels „digitales Gold“ nicht wie Gold gehandelt wird, so NYDIG.
Dalios Einwände
Ray Dalio äußerte sich kürzlich skeptisch und argumentierte, dass Gold langfristig ein stärkerer Wertspeicher sei. Seine Begründung: Zentralbanken kaufen Gold, nicht Bitcoin. Bitcoin verhalte sich eher wie eine Technologiewertpapier und folge der Risikobereitschaft, anstatt sie zu kontern.
Bitcoin und der Iran-USA-Konflikt
Die jüngsten Kursbewegungen von Bitcoin verdeutlichen dies. Ein US-israelischer Militärschlag auf den Iran Ende Februar führte zu Krypto-Liquidationen im Wert von über $300 Millionen, was Bitcoin zunächst nach unten drückte, bevor eine teilweise Erholung einsetzte, als sich die Lage beruhigte. Dies zeigt, dass Bitcoin mit der Risikobereitschaft schwankt, anstatt dagegen zu wirken, was Dalio und andere als Beweis dafür sehen, dass Bitcoin noch einen langen Weg vor sich hat, um mit Gold verglichen zu werden.

