Tesla und der politische Zickzackkurs: Musk sucht die Versöhnung mit Trump
In einem überraschenden Schritt schlug Elon Musk, CEO von Tesla, am Mittwoch versöhnliche Töne gegenüber dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump an, nachdem Streitigkeiten zwischen den beiden für Unruhe gesorgt hatten. Im vorbörslichen Handel stieg die Tesla-Aktie leicht an und verzeichnete gegen Mittag einen Anstieg von über 2% auf 332,76 USD.
Nachdem Musk Millionen in Trumps Präsidentschaftskampagne investiert hatte, äußerte er scharfe Kritik an den von den Republikanern eingebrachten Steuer- und Ausgabengesetzen. Diese Differenzen führten zu einem Bruch zwischen den beiden einflussreichen Persönlichkeiten. Ein kürzliches Posting auf der Social-Media-Plattform X, in dem Musk Reue über einige seiner Kommentare bezüglich Trump äußerte, dürfte nun die Wogen glätten.
Musk war zuvor zum Leiter des US Departments of Government Efficiency (DOGE) ernannt worden – ein Amt, das er jedoch im Mai niederlegte. Er hatte die Sorge geäußert, dass der als „One Big Beautiful Bill Act“ bezeichnete Gesetzentwurf das US-Defizit unverantwortlich erhöhen könnte.
In der letzten Woche hatte Musk sogar Trumps Amtsenthebung gefordert und angedeutet, er sei in Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu bringen, was das Weiße Haus entschieden zurückwies. Im Gegenzug drohte Trump mit der Kündigung von Regierungsverträgen mit Musks Unternehmen SpaceX.
Zu Wochenbeginn dämpfte Trump den Konflikt etwas und wünschte Musk alles Gute, während er verkündete, den Starlink-Internetdienst im Weißen Haus behalten zu wollen. Dennoch ließ er durchblicken, dass er überlege, seinen Tesla aus dem Regierungsfuhrpark entfernen zu lassen.
Die Turbulenzen in Washington und Musks politische Standpunkte machen sich auch im Wert der Tesla-Aktien bemerkbar. Fitchungen von Argus Research und Baird stuften die Aktie Anfang der Woche herab, was die Talfahrt im Jahr 2023 weiter anheizte.
Abseits der politischen Scharmützel stehen für Tesla unternehmerische Herausforderungen an: Das Auslaufen von staatlichen Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge könnte die Nachfrage dämpfen. Zudem wächst der Konkurrenzdruck, insbesondere durch aufstrebende chinesische Hersteller wie BYD.
Trotz dieser Hürden scheint Musks Vision von selbstfahrenden Taxis die Aktie positiv zu beeinflussen. Geplant ist die Einführung eines solchen Dienstes in Austin, Texas – wenngleich Musk betont, dass höchste Sicherheitsanforderungen eine Verschiebung des Starttermins am 22. Juni notwendig machen könnten.

