Tesla trotzt Absatzrekord mit rückläufigem Gewinnwachstum
Tesla konnte im vergangenen Quartal einen bemerkenswerten Verkaufsrekord erzielen, musste jedoch gleichzeitig einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der von Elon Musk geführte Elektroautobauer erzielte einen Gewinn von 1,37 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Spitzenabsatz wurde durch einen Endspurt bei den US-Elektroauto-Subventionen angefacht, die viele Käufer zur Eile trieben, bevor diese endeten.
Interessanterweise betonte Musk die vielversprechende Zukunft des Unternehmens durch autonomes Fahren und humanoide Roboter. Derzeit testet Tesla einen speziellen Robotaxi-Service in lokal begrenzten Bereichen von Austin und San Francisco. Obwohl der Dienst noch mit Fahrern operiert, plant Tesla, die menschlichen Begleitpersonen in Austin bis Jahresende schrittweise zu reduzieren. Gleichzeitig prescht Konkurrent Waymo voran und stockt seine vollständig fahrerlose Flotte kontinuierlich auf.
Musk erklärte weiterhin, dass jedes neu produzierte Tesla-Modell bereits für die Zukunft des autonomen Fahrens gerüstet sei. Das Unternehmen will im kommenden Jahr sogar ein spezielles Robotaxi-Modell ohne Lenkrad und Pedale einführen. Darüber hinaus prognostiziert Musk eine Revolution durch die humanoiden "Optimus"-Roboter, die das Potenzial zum "größten Produkt aller Zeiten" hätten. Der Produktionsbeginn ist für Ende des kommenden Jahres geplant.
Trotz der visionären Aussichten reagierten die Märkte skeptisch, und Teslas Aktienkurs erlebte einen Rückgang, insbesondere nach Ankündigungen über eine mögliche "Roboter-Armee". Musk wirbt für einen umstrittenen Plan, der ihm ein größeres Aktienpaket zusichern soll. ISS und Glass Lewis, einflussreiche Beraterunternehmen, äußerten sich kritisch zu diesem Vergütungsplan, worauf Musk wenig schmeichelhaft reagierte.
Dabei ist der Fahrzeughersteller nicht frei von aktuellen Herausforderungen. Neben wachsender Konkurrenz und Importzöllen durch die Politik von Donald Trump, die Kosten von über 400 Millionen Dollar verursachten, ist besonders der mögliche Rückgang der Verkäufe im nächsten Quartal eine Unsicherheit. Das Unternehmen verzeichnete trotz allem eine Umsatzsteigerung von zwölf Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Zudem sanken die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten deutlich, was eine wichtige Einnahmequelle weiter schwinden lassen könnte.

