Tesla senkt Preise für Cybertruck – Ein Zeichen für nachlassende Nachfrage?
Tesla hat sich entschieden, ausgewählte Cybertrucks zu einem reduzierten Preis anzubieten, was darauf hindeutet, dass der Elektro-Pickup mit seinem umstrittenen Design unter einer Nachfrageflaute leidet. Laut einem Bericht von CNBC hat Tesla begonnen, Neuwagen-Rabatte von bis zu 1.600 US-Dollar je nach Ausstattungsvariante anzubieten, während Vorführmodelle mit niedriger Laufleistung um bis zu 2.600 US-Dollar im Preis gesenkt wurden.
Diese Preisoffensive kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Tesla-Aktien nach einem starken Anstieg am Mittwoch in den frühen Handelsstunden am Donnerstag um fast 3 % nachgaben. Die Reduzierung der Preise für die auf Lager befindlichen Modelle ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Nachfrage nach dem Truck rückläufig ist, nachdem CEO Elon Musk im vergangenen Jahr von einer "überwältigenden" Nachfrage gesprochen hatte.
Bereits im Dezember hatte Tesla die Produktion des Cybertruck in Giga Austin kurzzeitig ausgesetzt und Mitarbeiter angewiesen, eine kleine Pause einzulegen. Es war nicht das erste Mal, dass Cybertruck-Arbeiter von der Linie abgezogen wurden. Wie Business Insider im Oktober berichtete, wurden die Mitarbeiter wiederholt entweder nach Hause geschickt oder mit zusätzlichen Schulungen oder Reinigungsaufgaben bedacht.
Um die Nachfrage zusätzlich anzukurbeln, startete Tesla im November ein Leasingangebot für den Cybertruck, um von der Steuervergünstigung für Elektrofahrzeuge zu profitieren. Auch wurden Bestellungen für die günstigste Version, die Heckantriebsversion, gestoppt.
Interessanterweise scheint die Strategie aufzugehen. Laut Kelley Blue Book war der Cybertruck im vergangenen Jahr das fünftbeliebteste Elektrofahrzeug in den USA mit 38.965 verkauften Einheiten, dicht gefolgt vom Ford F-150 Lightning auf Platz sechs. Der Rivian R1T fiel allerdings im Vergleich zum Vorjahr aus den Top 10 heraus.
Trotz dieser soliden Verkaufszahlen und eines Marktanteils von 3 % stuften Analysten von Bernstein den Cybertruck im Januar als Fehlschlag ein. Der Fahrzeugbau habe erhebliche Ressourcen verschlungen und von der Entwicklung eines günstigeren Modells abgelenkt. Doch Tesla wäre nicht Tesla, wenn man das Unternehmen unterschätzen würde.
Bernstein empfahl zwar, auf fallende Tesla-Aktien zu setzen - eine Strategie, die sich als Fehlkalkulation erwies, da die Aktien im vergangenen Jahr um 64 % stiegen.

