Technologieoffenheit statt Verbrennerverbot: Merz betont Flexibilität auf der IAA Mobility
Im Rahmen der Eröffnung der IAA Mobility in München plädieren Branchenvertreter und politische Entscheidungsträger für eine flexiblere Herangehensweise an das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren. Bundeskanzler Friedrich Merz argumentiert, dass restriktive technologische Vorgaben die falsche wirtschaftspolitische Herangehensweise darstellen. Vielmehr solle der Fokus auf Technologieoffenheit liegen, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu steigern und gleichzeitig einen effektiven Klimaschutz zu gewährleisten.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sowie Hildegard Müller vom Verband der Autoindustrie kritisieren ebenfalls die gegenwärtigen EU-Regulierungen. Sie fordern eine Anpassung der CO2-Vorgaben an die aktuelle Realität, um einen nachhaltigen Übergang zur Elektromobilität zu fördern. Müller betont, dass dies keineswegs eine Abkehr von Klimazielen darstelle, sondern deren Erreichen sicherstelle. Sorge besteht vor allem darin, dass eine unzureichende Verbraucherakzeptanz die Verkehrswende gefährdet.
Bei seinem Messerundgang äußerte sich Merz positiv zu den innovativen Technologien der deutschen Zulieferer Schaeffler, Mahle und ZF, insbesondere zu Range-Extendern, die die Reichweite von Elektroautos maximieren sollen. Die deutsche Autoindustrie steht allerdings vor Herausforderungen, da sie mit sinkenden Gewinnen und einem möglichen Stellenabbau von 90.000 Arbeitsplätzen bis 2030 konfrontiert ist.
Eine erfreuliche Nachricht zur Eröffnung der Messe ist der fortgesetzte Standort der IAA in München für weitere sechs Jahre. Gleichwohl bleibt sie ein heiß diskutiertes Ereignis, wie die Protestaktionen von Attac und Extinction Rebellion zeigen, die sich gegen den fossilen „Rückschritt“ und proklamierte Profitgier der Industrie stellen und fordern, die Klimakrise ernsthaft anzugehen.

