Technologie-Pioniere treiben deutschen Markt an: KI bleibt im Fokus
Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag Rückenwind durch das global prominente Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) erhalten. Allen voran haben beeindruckende Quartalszahlen der US-amerikanischen Technologiegiganten Microsoft und Meta für Optimismus gesorgt. Innerhalb der heimischen Quartalsberichtsperiode zeigte sich hingegen ein gemischtes Bild aus positiven und negativen Entwicklungen.
Der Dax, Deutschlands führender Aktienindex, verzeichnete einen Anstieg um 0,6 Prozent auf 24.395 Punkte. Trotz des leichten Wachstums hält das Auf und Ab der letzten Wochen an. Den positiven Kursgewinnen zu Monatsbeginn ist es zu verdanken, dass der Dax für den Juli insgesamt ein Monatsplus von rund zwei Prozent ansteuert.
Auch der MDax, der mittelgroße Unternehmen repräsentiert, legte um 0,6 Prozent auf 31.130 Punkte zu, unterstützt durch kräftige Kursgewinne bei Aixtron und Hensoldt. Der EuroStoxx 50, führend in der Eurozone, verzeichnete ein Plus von 0,4 Prozent.
Microsoft und Meta inspirierten mit ihren Ergebnissen und Ankündigungen, insbesondere durch verstärkte Investitionen im Bereich KI. Meta plant, seine Einnahmen aus Online-Werbung zu nutzen, um eine Spitzenposition in der KI zu sichern. Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets beschreibt die USA als Vorreiter in Sachen KI.
Die eher neutralen Signale der US-Zentralbankpolitik traten etwas in den Hintergrund. Die erwartete Leitzinserhöhung blieb aus, und eine Zinssenkung im September wird zunehmend unwahrscheinlicher. Dessen ungeachtet warnt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, vor Inflationsrisiken durch Zölle.
In Deutschland fand die Berichtssaison mit unterschiedlichen Ergebnissen ihre Fortsetzung. Airbus, trotz stockender Lieferungen, hält an seinen Zielen für das laufende Jahr fest, während die Aktien leicht nachgaben. BMW allerdings spürte die Auswirkungen der US-Zölle und des schwächelnden Marktes in China deutlich, was zu einem Rückgang des operativen Ergebnisses führte, doch bleibt der Konzern zuversichtlich, seine Jahresprognose zu erreichen. Die Aktien verloren 0,7 Prozent.
Aixtron, ein Zulieferer für die Chipindustrie, bleibt optimistisch bezüglich seiner Jahresziele, was zu einem Anstieg seiner Aktien um 4,6 Prozent führte. An der Spitze des MDax stand Hensoldt mit einem Anstieg von 5,3 Prozent. Die steigenden Rüstungsbestellungen durch den Ukraine-Krieg lassen die Auftragsbücher des Unternehmens wachsen.
Im SDax fiel Vossloh um mehr als zwei Prozent, nachdem Jefferies die Kaufempfehlung gestrichen hatte. Laut Analyst Fabian Piasta besteht derzeit kaum weiteres Wachstumspotenzial, obwohl Vossloh als Gewinner der geplanten Großinvestitionen in die deutsche Infrastruktur gilt.
Abschließend plant der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com, erwartungsgemäß die Ceconomy AG zu übernehmen. Für Ceconomy-Aktien wurde ein Angebot von 4,60 Euro in bar pro Aktie gemacht, was zu einem Aktienkursanstieg um zwei Prozent auf 4,44 Euro führte.

