Tarifstreit: Verdi ruft zu bundesweitem Warnstreik auf
Zehntausende Arbeitnehmer in Kitas und sozialen Einrichtungen setzen ein starkes Zeichen: Aus Protest gegen ungenügende Arbeitsbedingungen und eine ausbleibende Gehaltserhöhung traten über 30.000 Beschäftigte in den Warnstreik. Eine Gewerkschaftssprecherin von Verdi bestätigte dies auf Anfrage. Diese Streikinitiative richtet sich vor allem an Branchen, in denen Frauen besonders stark vertreten sind.
Die bundesweiten Aktionen betrafen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Jugend- und Sozialämter sowie Kliniken und soziale Dienste. Ganz Deutschland erfuhr von den Auswirkungen, exemplarisch in den Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen, wo zahlreiche Kundgebungen stattfanden. Aus Hessen wurde von rund 3.750 Teilnehmern berichtet, whärend im Gesundheitsbereich Bayerns etwa 2.000 Streikende registriert wurden. Nordrhein-Westfalen verzeichnete gar 11.000 Beschäftigte, die ihre Arbeit niederlegten. Die Schließung von Kindertagesstätten war vielerorts die direkte Konsequenz.
Der Hintergrund des Streiks ist der andauernde Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Ausschlaggebend sind auch der Equal Pay Day und der internationale Frauentag. Für Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von Verdi, ist dies ein klares Statement für faire Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen in den weiblich dominierten Berufen des öffentlichen Dienstes. Verdi pocht auf acht Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 350 Euro monatlich sowie mehr freie Tage.
Die dritte Verhandlungsrunde, die am 14. März beginnt, könnte richtungsweisend werden, nachdem bisher keine Angebote der Arbeitgeberseite vorliegen. Kurz darauf werden die Auswirkungen der Tarifverhandlungen auch im Flugverkehr spürbar. Ein weiterer Warnstreik an elf deutschen Flughäfen steht bevor, darunter bedeutende Drehkreuze wie München, Frankfurt und Berlin-Brandenburg. Fluggäste müssen mit massiven Flugausfällen und Verzögerungen rechnen.

