Tarifstreit im öffentlichen Nahverkehr NRW: Warnstreiks drohen
Im laufenden Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen wird der Ton zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern rauer. Verdi NRW plant, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen und zieht Warnstreiks in Betracht, noch bevor am 2. März die zweite Verhandlungsrunde beginnt. Heinz Rech, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, äußerte in Düsseldorf die Möglichkeit solcher Maßnahmen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Im Zentrum des Streits stehen die Themen Arbeitszeit und Zulagen. Die erste Verhandlungsrunde für die rund 30.000 Beschäftigten bei über 30 Verkehrsbetrieben in NRW verlief am 21. Januar ergebnislos. Verdi NRW zeigte sich enttäuscht darüber, dass von Arbeitgeberseite bislang kein Angebot vorgelegt wurde, obwohl die Forderungen bereits seit November bekannt sind.
Nahezu alle großen Verkehrsbetriebe in NRW, darunter Städte wie Köln, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen und Dortmund, sind von den Verhandlungen betroffen. Nur wenige, wie die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag, zählen nicht dazu. Die Gewerkschaft fordert konkret eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Die Ruhezeiten zwischen den Schichten sollen von 10 auf 11 Stunden verlängert werden und der Sonntagszuschlag von 25 Prozent auf mindestens 40 Prozent steigen. Verdi argumentiert, dass ohne eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der bestehende Personalmangel im Nahverkehr nicht zu beheben sei. Bereits im vorherigen Tarifkonflikt waren zahlreiche Großstädte in NRW von Warnstreiks betroffen, die teils über mehrere Tage den Verkehr lahmlegten.

