Tarifflawine droht: Trump-Administration plant Abgaben auf ausländische elektronische Geräte
Die Trump-Regierung erwägt, Zölle auf ausländische elektronische Geräte zu erheben, die auf der Anzahl der in den Geräten enthaltenen Chips basieren. Dieses bislang nicht veröffentlichte Vorhaben soll Unternehmen dazu bewegen, ihre Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Das Handelsministerium möchte dabei einen Zoll einführen, der einem Prozentsatz des geschätzten Werts des Chipgehalts im Produkt entspricht.
Falls dieser Plan umgesetzt wird, würde eine breite Palette von Konsumgütern betroffen sein – von Zahnbürsten bis hin zu Laptops. Die Maßnahme könnte die Inflation anheizen, während sie gleichzeitig die US-amerikanische Produktion ankurbeln soll. Eine Stellungnahme des Handelsministeriums blieb zunächst aus.
Laut Kush Desai, Sprecher des Weißen Hauses, verfolgt die Trump-Administration einen vielschichtigen Ansatz, um die kritische Produktion wieder in die USA zu verlagern. Neben Zöllen setzt sie auf Steuersenkungen, Deregulierung und ein Überangebot an Energie. Präsident Donald Trump hat in der Vergangenheit bereits mehrere Zölle eingeführt, um die heimische Produktion zu fördern.
Im April leitete die Trump-Regierung Untersuchungen zu den Importen von Arzneimitteln und Halbleitern ein, um darauf Zölle erheben zu können. Als Argument führte sie an, dass die extensive Abhängigkeit von ausländischer Produktion die nationale Sicherheit gefährde. Die Details zu betroffenen Produkten und Zollsätzen bleiben jedoch unklar.
Die größten Chipproduzenten außerhalb der USA sind Taiwan Semiconductor Manufacturing und Südkoreas Samsung Electronics. Es kursieren Pläne, einen Zoll von 25% auf den Chipgehalt importierter Geräte zu erheben, wobei 15% auf Elektronik aus Japan und der EU entfallen könnten. Ein vorsichtiges Konzept, wonach Investitionen in US-Fertigung zu Zollbefreiungen führen könnten, wird ebenfalls geprüft.
Trotz anfänglicher Überlegungen, Chipmaschinen von Zöllen auszunehmen, um den Zielen der Produktion in den USA nicht zu schaden, äußerte das Weiße Haus Unzufriedenheit mit diesen Ausnahmeregelungen.

