Taraneh Alidoosti beendet Schauspielkarriere aus Protest gegen Kopftuchzwang
Die international anerkannte iranische Schauspielerin Taraneh Alidoosti hat bekannt gegeben, ihre Schauspielkarriere als Zeichen des Protests gegen den Kopftuchzwang aufzugeben. Alidoosti, die seit über 20 Jahren im Filmgeschäft tätig ist und mit zahlreichen Erfolgen glänzen konnte, erklärte in einem Interview für einen Dokumentarfilm über ihr Leben, dass sie unter keinen Umständen in Filmen mit Kopftuch auftreten werde. Diese Entscheidung begründet sie mit der Unterstützung für die Bewegung gegen das islamische Kopftuchgesetz.
Im Zuge der Proteste im Jahr 2022 hatte Alidoosti sich offen mit der Frauenbewegung solidarisiert, die sich als "gesellschaftliche Explosion" gegen die Kopftuchpflicht manifestiert hatte. Ihr Instagram-Post, der sie ohne Kopftuch zeigte, führte zu ihrer Verhaftung im Dezember 2022. Trotz dieser Widrigkeiten und eines verordneten Arbeitsverbots bleibt sie entschlossen, im Iran zu verweilen und nicht ins Ausland zu fliehen, obwohl ihr dort lukrative Angebote unterbreitet wurden.
Alidoostis Entschluss hat in sozialen Netzwerken eine Welle der Unterstützung und Anerkennung ausgelöst. Mit ihrer Schauspielkunst hat sie in Filmen wie "The Salesman" und "Alles über Elly" unter der Regie von Asghar Farhadi weltweit Aufmerksamkeit erlangt. Nun widmet sie sich neuen Wegen und bleibt dennoch eine unverkennbare Stimme im Kampf für die Rechte iranischer Frauen. Die Proteste wurden durch den tragischen Tod von Mahsa Jina Amini ausgelöst, die wegen eines vermeintlichen Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht verhaftet wurde und kurz darauf in Polizeigewahrsam starb.

