Tabaksteuer-Debatte: Gefahr durch illegalen Handel wächst
Die geplanten Steuererhöhungen für Tabakprodukte durch die EU werfen lange Schatten über die deutsche Tabakwirtschaft. Aktuell wird über eine drastische Anhebung der Mindeststeuer für Zigaretten und Feinschnitt diskutiert, was den Preis für eine Packung Markenzigaretten in Deutschland auf über 12 Euro treiben könnte. Diese Maßnahme, so befürchten Branchenexperten, könnte den Schwarzmarkt erheblich ankurbeln.
Bei der Internationalen Tabakmesse Intertabac in Dortmund äußerte die Branche scharfe Kritik. BVTE-Chef Jan Mücke und Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie sehen die Gefahr, dass kriminale Netzwerke durch die Steuerpolitik gestärkt werden. Unterstützt wird diese Ansicht von Philip-Morris-Lobbyist Torsten Albig, der vor den negativen Ausmaßen einer falschen Steuerpolitik warnt und auf die Erfahrungen in den Niederlanden und Frankreich verweist, wo die Steuererhöhungen bereits deutliche Auswirkungen haben.
Während in Deutschland derzeit etwa 20 Prozent der Zigaretten ohne Versteuerung konsumiert werden, zeigt ein Blick ins benachbarte Ausland, dass dies noch steigen könnte. Der niederländische Zoll schätzt, dass lediglich 55 Prozent der dort konsumierten Zigaretten ordnungsgemäß versteuert werden. In Anbetracht solcher Zahlen sieht die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ dringenden Handlungsbedarf, die Maßnahmen gegen den illegalen Handel zu verschärfen.
Dennoch gibt es auch unterstützende Stimmen für die Steuerpläne der EU. Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum argumentiert, dass Preiserhöhungen eine wirksame Strategie seien, um jüngere Generationen vom Rauchen abzuhalten und aktuelle Raucher zum Aufhören zu bewegen.
Inwiefern der legale Tabakmarkt tatsächlich unter den neuen Regelungen leiden würde, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass der Druck auf den Zoll steigt, verstärkt gegen illegale Handelspraktiken vorzugehen. Die Komplexität der aktuellen Tabakgesetze könnte allerdings den Kriminellen weiterhin Schlupflöcher bieten, es bleibt daher zu hoffen, dass effektive Regulierungsmaßnahmen bald umgesetzt werden.

