Südzucker-Aktien unter Druck: Jahresausblick sorgt für abrupten Kursrutsch
Die Anleger des Lebensmitteleinzelhändlers Südzucker hatten am Freitag mit unerfreulichen Nachrichten zu kämpfen, als das Unternehmen seinen Ausblick für das Geschäftsjahr kürzte. Trotz eines kurzen Anstiegs zu Handelsbeginn fiel der Aktienkurs schnell ins Minus und endete schließlich als Schlusslicht im SDax mit einem Verlust von über zwei Prozent. Am Morgen erreichte der Kurs mit knapp unter 10 Euro den niedrigsten Stand seit über zwei Wochen und unterstreicht den seit Kurzem fortlaufenden Abwärtstrend.
Zunächst bewegte sich der Aktienkurs auf die 50-Tage-Linie zu, doch die anschließende Kurswende ließ das Chartbild erneut trübe aussehen. Die 21-Tage-Linie wurde unterschritten, was ein Indikator für kurzfristige Trends ist. Ein entscheidender Unterstützungsbereich bleibt jedoch bei etwa 10 Euro bestehen. Sollte die Marke von 9,75 Euro unterschritten werden, würde ein neues Tief erreicht, das seit 2009 nicht mehr gesehen wurde.
Die Senkung der Ziele wurde nach Handelsende am Donnerstag bekannt gegeben und war auf niedrigere Preise für Zucker und Ethanol zurückzuführen. Dies wiederum steht in Verbindung mit dem EU-Zuckermarkt, der hinter den Preissteigerungserwartungen zurückblieb. Besonders betroffen ist die Tochtergesellschaft Cropenergies mit weiterhin niedrigen Ethanolpreisen.
Analysten reagierten prompt auf diese Entwicklungen. Michael Kuhn von Deutsche Bank Research reduzierte das Kursziel auf 11 Euro, während Leon Mühlenbruch von MWB Research seine bisher vorsichtige Einschätzung bestätigte und auf "Hold" hochstufte. Die Aktien, die bis Anfang Juli im Plus lagen, schließen das Jahr nun mit einem Verlust von 3,6 Prozent, beeinflusst durch eine frühere Warnung vor einem Umsatzrückgang im zweiten Geschäftsquartal, die sich auf die Jahresprognose auswirkt.

