Stürmischer Gegenwind: FDP unter Beschuss, aber nicht am Ende
Die Liberalen stehen derzeit im Zentrum eines politischen Sturms, dessen Intensität stetig zunimmt. Gegner der Partei ziehen mit immer härteren Bandagen in die Schlacht. Besonders hervorstechend ist eine provokante Titelstory des "Spiegels", in der die FDP als "Der Täuscher" beschrieben wird. Noch schärfer in seiner Kritik war ein Moderator der ARD-Sendung "Monitor", der die Liberalen in eine Reihe mit der AfD und Donald Trump stellt. Ein Vergleich, der in seiner Radikalität nur schwer zu überbieten ist.
Die FDP befindet sich in der misslichen Lage, sich aus einer bereits als gescheitert wahrgenommenen Koalition lösen zu wollen und dabei nicht die gewünschte Geschmeidigkeit an den Tag gelegt zu haben. Dieser Umstand ist offenbar vielen ein Dorn im Auge, die nun mit einer gewissen Genugtuung den Untergang der Partei befürworten würden. Doch politische Schlachten haben schon oft gezeigt, dass vermeintlich abgeschriebene Kräfte manchmal wieder Kraft schöpfen.
Viele Wähler scheinen zumindest skeptisch gegenüber dem vehementen Kreuzzug gegen die Liberalen. Der Ruf nach Fairness könnte dazu führen, dass die Strategie der Gegenspieler nicht den erhofften Erfolg bringt. Darüber hinaus ist das offene Werben der Union für eine Zusammenarbeit mit den Grünen für einige Bürger kaum weniger irritierend. Schließlich gilt es zu bedenken, dass weder eine schwarz-grüne Regierung noch die Wiederbelebung der Großen Koalition darauf hoffen lassen, marktwirtschaftliche Kräfte frei zu entfalten – eine Rolle, die sich die FDP auf die Fahnen geschrieben hat.

