Streikwelle bremst Öffentlichen Nahverkehr aus
In einem kraftvollen Signal an die Arbeitgeberseite haben sich heute Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs bundesweit zu ausgedehnten Warnstreiks zusammengefunden, die in über achtzig Städten quer durch fünfzehn Bundesländer den Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverkehr zum Erliegen brachten. Während Bayern von diesen Maßnahmen verschont bleibt, stehen Betroffene insbesondere in Nordrhein-Westfalen vor großen Herausforderungen, da hier ein Drittel der insgesamt fast 90.000 aufgerufenen Arbeitnehmer/innen ihren Streik in den frühen Morgenstunden antraten.
Verdi hat die Streiks als Druckmittel in laufenden Tarifverhandlungen organisiert, um unter anderem deutliche Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen zu erzielen. Besondere Forderungen umfassen unter anderem die Reduktion von Arbeitsstunden ohne Gehaltseinbußen, erweiterte Ruhephasen, mehr Urlaubstage sowie ein höheres Urlaubsgeld. Mit diesen Änderungen soll der Beruf des ÖPNV-Mitarbeiters an Attraktivität gewinnen und zur Arbeitsentlastung beitragen. Währenddessen stehen in einigen Bundesländern wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt auch Gehaltsverhandlungen im Fokus, mit Verdi-Forderungen von bis zu 20 Prozent mehr Lohn.
Die Streikmaßnahmen werden zudem von der Klimabewegung Fridays for Future unterstützt, die bessere Arbeitsverhältnisse als essenzielle Basis für einen attraktiveren ÖPNV im Sinne des Klimaschutzes ansieht. Prominente Unterstützerin und Klimaaktivistin Luisa Neubauer äußerte sich solidarisch mit den Streikenden und betonte, klimafreundlicher Verkehr sei nur mit angemessenen Arbeitsbedingungen umsetzbar. Auch die Grünen um Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge zeigten sich solidarisch und bezeichneten die Streikenden als tägliche 'Klimahelden'.
Verkehrspassagiere am Hamburger Flughafen spürten ebenso die Auswirkungen des Streiks, da bereits am frühen Morgen erste Flüge ausfielen. Dieser Ausstand setzt sich damit in die Reihe der bereits am Vortag an elf deutschen Flughäfen erfolgten Warnstreiks. (eulerpool-AFX)

