Streaming erobert Wohnzimmer – Lineares Fernsehen bleibt relevant
In einer sich schnell verändernden Medienlandschaft bevorzugen deutsche Verbraucher zunehmend das Internet, um Filme und TV-Sendungen zu genießen. Erstmals übertreffen Streaming-Angebote die Nutzung des klassischen Fernsehanschlusses, so eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Der Anteil der Zuschauer, die gelegentlich traditionelles TV über Kabel, Satellit oder Antenne schauen, sank von 92 Prozent auf 86 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Internet-Streamer leicht auf 87 Prozent.
Ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung ist der Wegfall der Umlagefähigkeit des Kabelanschlusses in Mietnebenkosten, was viele Haushalte dazu veranlasste, auf Internet-basierte TV-Dienste wie Zattoo, waipu.tv oder MagentaTV umzusteigen. Trotz des Streaming-Booms bleibt jedoch lineares Fernsehen relevant, da 30 Prozent der Nutzer Inhalte zur Sendezeit verfolgen, während weitere 28 Prozent beide Varianten nutzen.
Unterdessen stagniert der Absatz von Unterhaltungselektronik. Der Umsatz mit Fernsehern ist um acht Prozent gesunken, und auch Audiogeräte erleben einen Rückgang um 12 Prozent. Doch durch die wachsende Popularität von Spielekonsolen soll laut Bitkom der Umsatzrückgang ausgeglichen werden. Künstliche Intelligenz könnte dem Markt für Smart-TVs zudem neue Impulse verleihen und die Umsätze ankurbeln, wie Olaf May von Bitkom andeutet.

