Strategischer Umbau bei BASF: Verhaltener Ausblick und Herausforderungen in China
Der Chemiekonzern BASF gibt sich bei der Prognose für das laufende Jahr vorsichtig und hat ehrgeizige Ziele im Blick. Für 2025 strebt das Unternehmen ein operatives Ergebnis (Ebitda) ohne Sondereinflüsse zwischen 8,0 und 8,4 Milliarden Euro an. Alle Geschäftssegmente sollen zu diesem Wachstum beitragen, mit Ausnahme des Bereichs Basischemikalien, der unter den höheren Fixkosten durch den neuen Produktionsstandort in China und planmäßige Wartungsarbeiten leidet.
Am Finanzmarkt stießen die vorgelegten Zahlen und der Ausblick auf gemischtes Echo. Der Kurs der BASF-Aktie fiel auf Tradegate leicht um 1,5 Prozent auf 48,05 Euro, was unter dem Jahreshoch von Februar liegt. Analyst Chris Counihan von Jefferies merkte an, dass der Ausblick auf 2025 bereits die oberen Enden der Zielspanne erreicht, was zu einer zurückhaltenden Kursreaktion führte.
Die Investitionen in China beeinflussen den freien Mittelzufluss stark, der im laufenden Jahr zwischen 400 und 800 Millionen Euro liegen soll. Markus Kamieth, BASF-Vorstandsvorsitzender, verwies darauf, dass die Produktionsaufnahme in Zhanjiang das Ergebnis und die freien Barmittel erheblich belasten werde. Ohne diesen Einfluss wären die Prognosen für 2025 deutlich optimistischer. Gleichzeitig erwartet BASF eine Unterstützung der Wirtschafts- und Industrieproduktion durch eine moderate Güternachfrage.
Im Jahr 2024 erlebte BASF einen Umsatzrückgang um 5,3 Prozent auf 65,3 Milliarden Euro, was hauptsächlich auf sinkende Preise und Mengen zurückzuführen ist. Maßnahmen wie Wertberichtigungen und Restrukturierungen drückten das Ergebnis vor Steuern. Dank des Verkaufs des Öl- und Gasgeschäfts Wintershall Dea sprang der Nettogewinn jedoch auf 1,3 Milliarden Euro. Für 2024 ist eine Kürzung der Dividende um ein Drittel auf 2,25 Euro je Aktie geplant.
Das Unternehmen macht Fortschritte bei seinem Sparprogramm und erhofft sich jährliche Einsparungen von 2,1 Milliarden Euro bis Ende 2026. Bis Ende 2024 wurden Einsparungen von rund einer Milliarde erzielt.
BASF-Chef Kamieth hatte zuvor umfassende Umbaustrategien angekündigt, um Herausforderungen zu begegnen. Teile des Geschäfts sollen veräußert werden, und das Agrargeschäft soll an die Börse gehen. Auch die Kürzung der Dividende und potenzielle Schließungen in Ludwigshafen gehören zur Neuausrichtung des Unternehmens, das weitere Stellenstreichungen vorsieht.

