Strategische Köpfe erobern den ETF-Markt: Die Herausforderungen der Fondsverwaltung
In jüngster Zeit haben renommierte Strategen, Ökonomen und Investoren den Vorstoß in den hart umkämpften ETF-Markt gewagt. Der bekannte NYU-Professor Nouriel Roubini, im Volksmund auch als „Dr. Doom“ bezeichnet, hat mit dem Atlas America Fund (USAF) seinen ganz eigenen ETF lanciert. Ebenso hat der Technologie- und KI-Enthusiast Dan Ives, bekannt für seine auffälligen Auftritte auf CNBC, den Wedbush AI Revolution ETF (IVES) ins Leben gerufen. Hinzu gesellt sich Tom Lee von Fundstrat mit seinem Granny Shots US Large Cap ETF (GRNY), der einst als Chief Equity Strategist bei JPMorgan tätig war.
Diese prominenten Akteure nutzen ihre persönlichen Marken, um in einem überbesetzten Markt mit tausenden von Fonds aufzufallen. Der ETF-Markt verzeichnete allein im Jahr 2024 einen Rekord von 723 neuen Fonds. Doch der Start eines Fonds ist nur der Anfang eines herausfordernden Unterfangens; das eigentliche Kunststück besteht darin, ihn langfristig erfolgreich zu betreiben.
Die Gründung eines Fonds ist kostspielig und die Liste der anfallenden Kosten ist lang. Schon die Anmeldegebühren bei der SEC können zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar liegen, wobei andere Quellen die Kosten auf bis zu 500.000 US-Dollar beziffern. Hinzu kommen laufende Gebühren für die Listung an Börsen wie der Nasdaq, die jährlich fällig werden, sowie die Ausgaben für Personal, Compliance, Marketing und Büromiete.
Langfristiger Erfolg setzt voraus, dass ein Fonds substantielle Vermögenswerte unter Verwaltung gewinnt, denn die Einkünfte der ETF-Anbieter resultieren aus den jährlichen Gebühren, die sie von den Anlegern erheben. Wenn ein Fonds eine Wertsteigerung von 20 % erlebt, erhöhen sich entsprechend auch die Einnahmen aus den Gebühren um denselben Prozentsatz.
Besonders herausfordernd sind die Anforderungen an das Anfangsinvestment, das sogenannte Seed Money. Nachdem sich erste Investoren möglicherweise nach einigen Jahren zurückziehen, entsteht ein erheblicher Druck, ausreichend Mittel von neuen Investoren zu gewinnen, um die Lebensfähigkeit des Fonds zu sichern.
Der Wettkampf um Anlegergelder hat dazu geführt, dass die Schließung von Fonds alltäglich geworden ist. Im Jahr 2023 wurden über 200 Fonds eingestellt, ein Trend, der im Jahr 2024 fast fortgeführt wurde. Fehlender Leistungserfolg und unzureichende Asset-Niveaus stellen die häufigsten Gründe für das Scheitern dieser Produkte dar, wie Marktanalyst Zachary Evans feststellt.

