Strategische Handhabung von High-Yield-Sparkonten: Halten oder Schließen?
Die Versuchung, aufgrund attraktiverer Zinsen oder besserer Konditionen zu einem neuen High-Yield-Sparkonto (HYSA) zu wechseln, ist groß. Doch bevor man sein bestehendes Konto schließt, sollte man überdenken, ob es vielleicht sinnvoller ist, es parallel zum neuen Konto weiterzuführen. Diese Entscheidung hängt von verschiedenen Aspekten wie Gebühren, Kontenanforderungen und individuellen Sparzielen ab.
Ein bestehendes HYSA kann praktische Vorteile bieten. So kann die Führung mehrerer Konten dabei helfen, die Ersparnisse für unterschiedliche Sparziele getrennt zu verwalten und den Überblick über den Fortschritt zu behalten. Wer beispielsweise sowohl für den Winterurlaub als auch für die Anzahlung eines Hauses spart, kann durch separate HYSAs verhindern, versehentlich in die für ein bestimmtes Ziel bestimmten Mittel zu greifen.
Darüber hinaus bietet die Verteilung von Ersparnissen auf mehrere HYSAs einen Schutz bei einer möglichen Bankeninsolvenz. Die Einlagen sind durch föderale Einlagensicherung bis zu 250.000 USD pro Sparer und Institution geschützt. Für Summen oberhalb dieser Grenze könnte die Aufteilung der Gelder auf verschiedene Banken ein kluger Schachzug sein.
Einige HYSAs nutzen Zinsstaffeln, wodurch höhere Einlagen geringere Renditen abwerfen. In solchen Fällen könnte die Aufteilung auf mehrere Konten helfen, insgesamt mehr Zinsen zu erzielen.
Wenn das bestehende HYSA mit einem Girokonto verknüpft ist, kann es zusätzlich als Überziehungsschutz dienen. Der Wechsel zu einem neuen Institut bedeutet, dass einige Mittel im alten Konto verbleiben sollten, um diesen Vorteil weiterhin zu nutzen, sofern eine Gebühr bei Schließung des Kontos innerhalb eines bestimmten Zeitraums vermieden werden kann.
Fehlende Nutzung oder Kosten in Form von Kontogebühren, die den Ertrag übersteigen, sind starke Argumente für eine Kontoschließung. Fehlerhafte Überziehung des Kontos kann anderenfalls zu unbemerkten Zinsbelastungen und letztlich zu Schließung durch die Bank führen, was künftige Kontoeröffnungen erschweren könnte.
Am Ende sollte das Geld langfristig in ertragsstärkeren Anlagen als einem HYSA angelegt werden. So kann die Einsparung für zukünftige Investitionen besser genutzt werden.

