Straßenproteste in Teheran und Maschhad: Spannungen spitzen sich zu
In den iranischen Millionenstädten Teheran und Maschhad entladen sich die Spannungen auf den Straßen, denn die Demonstrationen dauern nun den zweiten Tag an. In den sozialen Medien kursieren Videos, die Menschenansammlungen an zentralen Plätzen zeigen. Diese Aufnahmen sind jedoch bisher nicht unabhängig überprüfbar gewesen, und auch das genaue Ausmaß der Proteste bleibt unklar. Aufgrund einer landesweiten Internetsperre ist die Verbindung zur Außenwelt seit mehr als einem Tag stark eingeschränkt.
Ein von Aktivisten geteiltes Video zeigt Menschenmengen im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad. Im Hintergrund ist eine Stimme zu hören, die von einer in Brand gesetzten Moschee berichtet. Auf den Bildern sind Flammen und tumultartige Szenen zu sehen, während Rufe gegen die Regierung laut werden.
Studierende in Teheran berichten von einer angespannten Sicherheitslage. Laut dem studentischen Newsletter "Amirkabir" sind Spezialeinheiten der Sicherheitskräfte dicht an dicht entlang einer Hauptverkehrsstraße postiert, was die Sorge vor einer möglichen Eskalation der Gewalt schürt.
Der Bürgermeister von Teheran, Aliresa Sakani, gab zu den jüngsten Unruhen bekannt, dass in der letzten Nacht mehr als 50 Banken und mehrere staatliche Einrichtungen in Brand gesetzt wurden. Zudem seien Berichten zufolge über 30 Moscheen den Flammen zum Opfer gefallen.

