Stimmungsaufhellung mit Vorbehalten: Wirtschaft im neutralen Fahrwasser
Die jüngsten Einschätzungen der Sparkassen-Vorstände signalisieren eine milde Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland. Nach den politischen Unsicherheiten der vergangenen Monate hebt sich die Laune immerhin auf ein neutraleres Niveau. In einer aktuellen Dekabank-Studie heißt es dazu, dass die Bildung der neuen Bundesregierung und ihre politische Neuausrichtung für frischen Wind sorgen. Dass von einem überschwänglichen Optimismus aber keine Rede sein kann, macht Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater unmissverständlich klar.
Das sogenannte Deka-S-Finanzklima, welches Konjunktur sowie die Geschäftslage der Sparkassen erfasst, kletterte im März um etwas mehr als sechs Punkte auf 97,9 Zähler. Damit nähert sich der Index seinem historischen Durchschnitt und signalisiert, dass die Sparkassen die aktuelle wirtschaftliche Lage nun als normal wahrnehmen. Die Gefahr einer Rezession erscheint geringer, gleichzeitig bleibt ein deutlicher Aufschwung aus.
Allerdings trüben weiterhin einige skeptische Erwartungen das Bild. Laut Dekabank glauben regionale Finanzmanager, dass es nur in Sektoren wie Verteidigung und Infrastruktur Fortschritte geben wird – und dies auch nur mit neuen Finanzmitteln zulasten der Schuldenquote. Zwischenstaatliche Reformen in Bereichen wie Bürokratie, Energie oder Steuer- und Sozialsystem sieht die Mehrheit der Experten mit Skepsis. Die Sparkassen-Manager betonen, dass die Transformation der Wirtschaft noch nicht abgeschlossen ist.
Das Deka-S-Finanzklima wird regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem "Handelsblatt" und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX veröffentlicht.

