Stimmungsaufhellung in Chinas Industrie überrascht Experten
Die wirtschaftliche Lage in Chinas Industriebetrieben zeigt sich trotz anhaltender Handelskonflikte mit den USA überraschend robust. Der kürzlich veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des renommierten Wirtschaftsmagazins "Caixin" verzeichnete im März einen Anstieg um 0,4 Punkte und erreichte damit einen Wert von 51,2. Diese positive Entwicklung markiert den höchsten Stand seit November und kam für viele Fachleute unerwartet, die ursprünglich von einem Rückgang ausgingen.
Dabei reflektiert der Caixin-Index insbesondere die Stimmung in kleineren und privaten Industriebetrieben. Parallel dazu stieg der Einkaufsmanagerindex für die großen, staatlich geprägten Industriekonzerne, den das nationale Statistikamt jüngst veröffentlichte, auf 50,5 Zähler, nachdem er im Februar noch bei 50,2 gelegen hatte. Damit überschritt dieser Indikator erneut die wichtige Expansionsschwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. Auch im Dienstleistungssektor ist eine Verbesserung der Indizes zu verzeichnen.
Dennoch bleibt die Prognose für Chinas Wirtschaft vorsichtig. Nach Einschätzung von Valentin Jansen, Analyst bei der NordLB, trugen insbesondere ein Anstieg neuer Exportaufträge zur positiven Stimmung bei. Diese Aufträge wurden von einem Vorzieheffekt beflügelt, da viele Betriebe Eskalationen im Handelsstreit mit den USA zuvorkommen wollten. Jansen warnt jedoch, dass diese Dynamik mit dem baldigen Abflauen der Vorzieheffekte nachlassen könnte.
Ursprünglich eher verhalten, zeichnet auch das britische Analysehaus Pantheon Macroeconomics ein zurückhaltendes Bild für die Zukunft der chinesischen Industriebetriebe. In seiner Einschätzung wird darauf hingewiesen, dass die Binnennachfrage "bestenfalls verhalten" bleiben dürfte, insbesondere angesichts wachsender globaler Handelsspannungen.

