Stimmung am Aktienmarkt drückt deutsche Staatsanleihen leicht ins Minus
Die Dynamik an den deutschen Anleihemärkten hat am Dienstag leicht nachgelassen, beeinflusst von einer positiven Aktienmarktstimmung und unerwartet starken Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der Euro-Bund-Future, als ein wichtiger Indikator für die Entwicklung deutscher Staatsanleihen, verzeichnete einen Rückgang um 0,13 Prozent und bewegte sich bei 130,26 Punkten.
Parallel dazu stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,63 Prozent. Zu der verhaltenen Entwicklung trug bei, dass die Aktienmärkte mit einem optimistischen Grundtenor aufwarteten. Gleichzeitig sorgten überraschend positive Industriedaten aus Frankreich für Druck. Die dortige Industrieproduktion verzeichnete im Juni eine Zunahme um 3,8 Prozent, weit über den Erwartungen der Volkswirte.
Auch in Spanien zeigte sich die Industrieproduktion für den gleichen Monat aufwärtsgerichtet, was Beobachter erstaunte. Im weiteren Verlauf des Tages könnte die Publikation des ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor den Markt zusätzlich beeinflussen.
Commerzbank-Analyst Hauke Simsen merkte an, dass ein positiver Indikator womöglich die Vorstellung eines verlangsamten US-Wachstums in Frage stellen könnte. Jedoch habe sich der Index in der Vergangenheit als nicht sehr treffsicher für die tatsächliche Entwicklung der US-Wirtschaft erwiesen. Trotz allgemein schwacher Anzeichen aus der US-Wirtschaft, die kürzlich Spekulationen um baldige Zinssenkungen durch die Fed angefacht hatten, bleibt abzuwarten, ob der erwartete Anstieg des ISM-Index nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

