Steigende Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung: Bundesrechnungshof warnt vor Milliardendefizit
Die Versicherten der deutschen Krankenkassen müssen sich auf deutlich höhere Zusatzbeiträge einstellen. Laut einem aktuellen Bericht des Bundesrechnungshofs gibt es keinen Grund zur Erleichterung: Nach einem Rekordzuwachs bei den Ausgaben bleiben die Einnahmen weiterhin hinter den Kosten zurück. Dies führe zu einem prognostizierten jährlichen Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,3 Prozentpunkte.
Das Bundesgesundheitsministerium sieht in einem mittelfristigen Szenario einen Anstieg des Zusatzbeitrags auf 4,05 Prozent bis zum Jahr 2029 voraus. Diese Einschätzung lässt aufhorchen, stammt sie doch aus einem umfassenden 35-seitigen Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und dessen Inhalte auch von "Politico" aufgegriffen werden.
In der Kritik steht insbesondere die Untätigkeit der Bundesregierung. Der Bundesrechnungshof bemängelt die ambitionierten Pläne, eine Expertenkommission einzuberufen, anstatt sofortige Maßnahmen zu ergreifen. Unterstützung für diese Kritik findet sich selbst innerhalb der Regierung: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken von der CDU hatte bereits im Mai betont, erste Maßnahmen gegen die steigenden Beiträge seien noch vor den Ergebnissen der Expertenkommission erforderlich.

