Steigende Umsätze und operative Erfolge: Air Liquide überzeugt Anleger
Der französische Gasehersteller Air Liquide setzt seinen Erfolgskurs fort und profitiert dabei von einer steigenden Nachfrage nach medizinischen Gasen sowie einem effizienten Sparprogramm. So konnten Umsatz und Ergebnisse im ersten Halbjahr bemerkenswerte Zuwächse verzeichnen. Vorstandsvorsitzender Francois Jackow lobte bei der Präsentation der Zahlen in Paris die stetige finanzielle Stabilität und positive Entwicklung des Unternehmens.
An der Börse waren diese Nachrichten ein regelrechter Katalysator. Die Air-Liquide-Aktie stieg um etwa drei Prozent auf knapp 178 Euro, was sie zu einem der größten Gewinner im Euro Stoxx 50 machte. Diese Erholung kompensierte die Verluste des Vortages und summierte das jährliche Plus auf 13 Prozent. Dies steht im Vergleich zu Linde, dessen Aktienkurs seit Jahresbeginn um zwölf Prozent zulegte.
Die letzten fünf Jahre verliefen für die Aktienkurse unterschiedlich: Während die Linde-Aktien um über 90 Prozent kletterten, wuchs der Börsenwert von Air Liquide um etwa die Hälfte und stieg auf über 100 Milliarden Euro. Linde bleibt jedoch mit einem Marktwert von 190 Milliarden Euro unangefochten führend.
Seit der Fusion mit Praxair im Jahr 2018 und der Verlagerung an die New York Stock Exchange hat Linde die Spitzenposition bei Industriegasen inne. Der Wechsel von der Frankfurter Börse Anfang 2023 war ein spürbarer Verlust für den deutschen Finanzmarkt. Linde plant, seine Quartalszahlen am 1. August zu veröffentlichen.
Bereits in der ersten Jahreshälfte konnte Air Liquide laut eigenen Angaben den Umsatz um 2,6 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro steigern. Wenn man Währungseffekte und Energiekostenveränderungen ausklammert, ergibt sich ein Anstieg von 1,8 Prozent. Operativ gab es ebenfalls Fortschritte: Der operative Gewinn, bereinigt um Sondereffekte, stieg um etwa fünf Prozent auf 2,74 Milliarden Euro, was den Markterwartungen entsprach.
Im Ausblick auf die kommenden Jahre plant die Unternehmensführung unter François Jackow weitere Margensteigerungen. Für Analysten wie Chetan Udeshi von JPMorgan und James Hooper von Bernstein Research stellen die Zahlen zwar keine Überraschung dar, dennoch zeugen sie von der Fähigkeit des Unternehmens, Margen und Nettogewinn kontinuierlich zu steigern. Air Liquide wird als beständige "Allwetter-Aktie" wahrgenommen, die auch in schwierigen Marktphasen Stabilität bietet.

