Steag Iqony übernimmt Uniper-Fernwärme: Deutschlands größtes Netz entsteht
Mit der erfolgreichen Übernahme des Fernwärmegeschäfts von Uniper hat die Steag Iqony Group eine bedeutende Expansion ihres Versorgungsnetzes vollzogen. Die Essener Unternehmensgruppe, die zur spanischen Investmentgesellschaft Asterion gehört, vergrößert ihr Fernwärmenetz auf beeindruckende 2.200 Kilometer. Damit betreibt sie das größte Fernwärmenetz in Deutschland, wie das Unternehmen stolz verkündete. Bereits zuvor hatte die "WAZ" über die Transaktion berichtet. Uniper Wärme wird ab sofort unter dem Namen Iqony Wärme weitergeführt und bildet eine Tochter der Iqony Fernwärme. Alle 130 Mitarbeiter des übernommenen Geschäftsbereichs wurden integriert.
Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht und bleiben ein gut gehütetes Geheimnis. Hintergrund der Transaktion ist die von der EU-Kommission vorgegebene Verpflichtung für Uniper, sich von Beteiligungen zu trennen. Diese Auflage war Teil der Bedingungen für die milliardenschwere Unterstützung durch den deutschen Staat während der Energiekrise 2022. Bis spätestens Ende 2026 muss Uniper gemäß den beihilferechtlichen Vorgaben der EU diverse Vermögenswerte veräußern.
Die Fernwärmeleitungen von Steag Iqony erstrecken sich größtenteils über das Ruhrgebiet, wo bislang eine Netzlänge von 740 Kilometern bestand. Mit der Ergänzung des Uniper-Netzes, das ebenfalls rund 750 Kilometer umfasste, erscheint das Gebiet nun umso besser versorgt. Darüber hinaus betreibt Steag Iqony weitere Fernwärmenetze im Saarland, im Großraum München, in Hessen und in Ostdeutschland und versorgt sowohl Haushalte als auch Gewerbebetriebe. Schätzungen zufolge profitieren nun etwa 825.000 Haushalte von der gelieferten Wärmeenergie. Besonders bemerkenswert ist, dass ungefähr die Hälfte dieser Energie aus klimaneutralen Quellen stammt.

