Welthandel

Stahl und Aluminium: Trump bringt weitere Zölle auf den Weg

11. Februar 2025, 05:46 Uhr · Quelle: dpa
Donald Trump setzt in seiner Wirtschaftspolitik unbeirrt auf Zölle - diesmal geht es um Einfuhren von Stahl und Aluminium. Damit knüpft der US-Präsident direkt an seine erste Amtszeit an.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte in die Vereinigten Staaten auf den Weg gebracht. Der Republikaner unterzeichnete dazu zwei Anordnungen im Weißen Haus und sagte, die Zölle sollten ausnahmslos für Einfuhren aus allen Staaten gelten. 

In den beiden Proklamationen, die die US-Regierungszentrale später veröffentlichte, ist aufgelistet, dass diverse Ausnahmeregeln für verschiedene Länder ab 12. März nicht mehr gelten sollen. Stattdessen soll dann ein einheitlicher Zoll-Satz von 25 Prozent greifen.

«Heute vereinfache ich unsere Zölle auf Stahl und Aluminium, damit jeder genau verstehen kann, was das bedeutet», sagte Trump. «Es sind 25 Prozent ohne Ausnahmen (...). Und das gilt für alle Länder, egal, woher es kommt.» Der Präsident sagte zu seiner Entscheidung: «Das ist eine große Sache.» Auf diesem Weg werde Amerika wieder reich.

Obwohl viele Experten sie für kontraproduktiv halten, beschreibt Trump Zölle regelmäßig als eine Art wirtschaftspolitisches Wundermittel. Und er stellte direkt weitere Zoll-Ankündigungen in Aussicht, etwa mit Blick auf Autos, Computer-Chips und Pharmazeutika. «Das wird großartig für unser Land», kündigte Trump an. Details nannte er dazu aber nicht. 

Sorge in Europa und Deutschland

Trump hatte die geplanten Zölle auf Stahl und Aluminium bereits am Sonntag angekündigt. Die Europäische Union warnte den US-Präsidenten daraufhin vor der Einführung dieser Importzölle. «Die EU sieht keine Rechtfertigung für die Verhängung von Zöllen auf ihre Exporte», teilte die für die Handelspolitik zuständige EU-Kommission in Brüssel mit. «Wir werden handeln, um die Interessen europäischer Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher vor ungerechtfertigten Maßnahmen zu schützen.» 

Auch die Bundesregierung zeigte sich nach Trumps Ankündigung von Sonntag besorgt. Zölle würden die deutsche exportorientierte Wirtschaft treffen, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums vor Journalisten in Berlin. Auf Nachfrage, ob mögliche Gegenmaßnahmen auch diesmal wieder US-Produkte wie Motorräder oder Whiskey treffen könnten, wie es schon während Trumps erster Amtszeit der Fall gewesen war, sagte der Sprecher, es gebe keinen Automatismus aufgrund der Erfahrung vom letzten Mal. 

Erinnerungen an Trumps erste Amtszeit

Als Trump nach seinem ersten Wahlsieg Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte einführte, reagierte die EU darauf mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter. Während der Amtszeit seines Nachfolgers Joe Biden wurde ein Stillhalteabkommen geschlossen, das die Zölle entschärfte.

Laut dem Branchenverband Wirtschaftsvereinigung Stahl sind die USA der wichtigste Absatzmarkt für die europäische Stahlindustrie. Aus der gesamten EU seien 2023 rund vier Millionen Tonnen in die USA exportiert worden. Allein aus Deutschland seien es jährlich rund eine Million Tonnen, zumeist Spezialstahl. Deutschland ist der größte Stahlproduzent in der EU und steht weltweit an siebter Stelle hinter China, Indien, Japan, den USA, Russland und Südkorea. Branchenübergreifend sind die USA für deutsche Exporteure der wichtigste Absatzmarkt.

Die USA beziehen ihren Stahl nach jüngsten Angaben des Branchenverbands American Iron and Steel Institute vor allem aus Kanada, Brasilien und Mexiko. Auch Deutschland und China rangieren demnach in den Top 10 der Herkunftsländer von Stahlimporten.

«Unschön, aber nicht verheerend»

Der frühere Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, erwartet allerdings überschaubare Folgen für Europa durch neue US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. «Es ist unschön für unsere Volkswirtschaften, aber nicht verheerend», sagte Felbermayr der Deutschen Presse-Agentur. Zudem dürften die Stahlpreise sinken, wenn mehr Stahl in Deutschland bleibe und andere Länder statt in die USA mehr nach Deutschland lieferten. Das könne etwa den Bau von Windrädern günstiger machen.

Der heute in Wien tätige Wirtschaftsprofessor geht zurzeit davon aus, dass die US-Zölle vor allem ein «Drohinstrument» sind. «Auch die USA haben kein nachhaltiges Interesse daran, sich wirklich abzuschotten und Zollmauern zu errichten», sagte er. Europa sei aber heute in einer schwierigeren Position als vor acht Jahren, als ein Deal mit Trump gefunden wurde, um Zölle abzuwenden.
Die Europäer seien mittlerweile abhängiger von den USA, etwa wegen der Flüssiggaslieferungen, und sie hätten den damals versprochenen Abbau von Industriezöllen nicht umgesetzt. «Die Frage ist, wie viel Porzellan wird zerschlagen, bis man wieder den Tisch decken kann.»

Aufschub für Mexiko und Kanada

Trump nutzt Zölle gern als außenpolitisches Druckmittel, um seine Ziele zu erreichen. Anfang Februar konnte ein nordamerikanischer Handelskrieg mit ungewissen Folgen für die Weltwirtschaft gerade noch abgewendet werden. Trump ließ sich nur wenige Stunden vor dem Inkrafttreten angedrohter Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada auf Zugeständnisse der Nachbarn vor allem bei der Grenzsicherung ein. Dafür schob er die Handelsbeschränkungen für mindestens 30 Tage auf. Neue Zölle gegen China blieben dagegen in Kraft. 

Und Trump lässt keinen Zweifel daran, dass noch einiges an Zöllen mit ihm kommen dürfte. Als Nächstes, innerhalb der kommenden zwei Tage, werde er reziproke Zölle verkünden, versprach Trump weiter. Damit sind wechselseitige Zölle gemeint, die dem Zollniveau des jeweiligen Handelspartners angepasst werden. Trump sagte, es sei ganz einfach: «Wenn sie uns etwas berechnen, berechnen wir ihnen etwas.» Er wolle anderen Ländern nicht schaden. «Aber sie haben uns jahrelang ausgenutzt.»

Regierung / Handel / Welthandel / USA
11.02.2025 · 05:46 Uhr
[1 Kommentar]
Mathias Mogge (Archiv)
Bonn - Die Welthungerhilfe hat vor den verheerenden Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Versorgungslage der Bevölkerung im Bürgerkriegsland Sudan gewarnt. "Seit der Blockade der Straße von Hormus und dem Beginn des Iran-Kriegs sind die Preise für Lebensmittel und insbesondere für Treibstoff massiv nach oben gegangen", sagte der Generalsekretär und […] (00)
vor 17 Minuten
Taylor Swift und Travis Kelce werden Berichten zufolge im Juli in New York heiraten.
(BANG) - Taylor Swift und Travis Kelce werden Berichten zufolge im Juli in New York heiraten. Die 'Fate of Ophelia'-Sängerin und der Tight End der Kansas City Chiefs haben sich im vergangenen August nach zwei Jahren Beziehung verlobt, und nun wurde bekannt, dass sie Save-the-Date-Nachrichten an ihre Familie und Freunde verschickt haben. Laut der 'Page […] (01)
vor 7 Stunden
Eine junge Frau liest eine Nachricht auf einem Smartphone
Berlin (dpa/tmn) - Wer ein Smartphone mit anderen teilt, es öfter einmal entsperrt aus der Hand gibt oder einfach vorsorgen möchte, kann WhatsApp-Chats gezielt vor neugierigen Blicken schützen. Der Schutz wird aktiviert, indem man auf den jeweiligen Chat länger drückt und dann «Chat sperren» auswählt. Dann landet der Chat in einem Ordner namens […] (00)
vor 1 Stunde
Android Akku schnell leer? Die häufigsten Ursachen & Lösungen 2026
Du kennst das wahrscheinlich: Morgens ist dein Android-Smartphone noch bei 100 %, alles läuft normal – und schon am Nachmittag musst du wieder ans Ladekabel. Gerade bei modernen Geräten mit großen Akkus sollte das eigentlich nicht passieren. Ich habe das Thema selbst bei mehreren Android-Smartphones erlebt – egal ob Samsung, Xiaomi oder andere […] (00)
vor 3 Stunden
Netflix präsentiert Tennis-Offensive für 2026
Mit neuen Dokus und einem Live-Event setzt Netflix verstärkt auf den Tennissport. Netflix baut sein Sportportfolio weiter aus und hat eine Reihe neuer Tennisformate für 2026 angekündigt. Im Mittelpunkt stehen dabei dokumentarische Einblicke in die Karrieren großer Stars sowie ein internationales Live-Event. Den Auftakt macht am 29. Mai die vierteilige Doku-Serie Rafa, die sich dem Karriereende […] (00)
vor 2 Stunden
Yannick Hanfmann
München (dpa) - Der erste Tag des Tennisturniers von München ist ohne deutschen Erfolg zu Ende gegangen. Yannick Hanfmann unterlag dem belgischen Talent Alexander Blockx mit 6: 7 (2: 7), 2: 6. Bei dem ATP-Sandplatzevent hatte Routinier Jan-Lennard Struff zuvor seine Erstrundenpartie gegen Francisco Cerundolo aus Argentinien erkrankt absagen müssen. Am […] (00)
vor 5 Stunden
kostenloses stock foto zu altcoin, anlageportfolio, anlagerisiko
Ethereum bewegt sich seit Wochen unterhalb der Marke von $2.200. Der Verkaufsdruck ist spürbar, die Unsicherheit hoch. Nun haben die großen Marktteilnehmer, die genug ETH besitzen, um den Markt zu beeinflussen, wieder Gewinne erzielt. In der Geschichte von Ethereum war dies nie ein leises Ereignis. Ein Analyst von CryptoQuant, der das Verhalten der […] (00)
vor 28 Minuten
DATA MODUL sichert langfristige Display-Verfügbarkeit
München, 13.04.2026 (PresseBox) - Der japanische Technologiekonzern Sharp wird mit der angekündigten Schließung seines Werks Kameyama K2 Ende 2026 die Eigenfertigung klassischer industrieller LCD‑Displays an diesem Standort beenden. Sharp wird den Industriebereich weiterhin mit Displaylösungen bedienen, unter anderem auf Basis der etablierten […] (00)
vor 7 Stunden
 
Tankstelle (Archiv)
Wiesbaden - Autofahren ist zuletzt im Schnitt deutlich teurer geworden, was vor allem […] (00)
Flugstreichungen wegen Lufthansa-Piloten-Streik am 13.04.2026
Frankfurt am Main - Im Arbeitskampf der Deutschen Lufthansa mit den […] (03)
Menschen in einer Fußgängerzone (Archiv)
Köln - Deutschlands Bevölkerung könnte bis 2045 auf 81 Millionen Menschen sinken. Das […] (00)
Leuchtend grüne Gräser gedeihen auf einem regennassen Feld und zeigen die Widerstandsfähigkeit der Natur.
Verbreitete Bewölkung mit Niederschlägen Am Montag herrscht in großen Regionen […] (00)
Kacey Musgraves
(BANG) - Kacey Musgraves behauptet, dass drei UFOs ihren kürzlichen Flug verfolgt […] (01)
RUST 2 geleakt? – Steam-Seite sorgt für Verwirrung, aber Entwickler dementiert
Die Gaming-Community kennt solche Momente nur zu gut. Ein Leak taucht auf, verbreitet […] (00)
Heilbronn an der Spitze der Wohlstandsstatistik In einer aktuellen Analyse des […] (00)
Sandra Flunger
Berlin (dpa) - Die Österreicherin Sandra Flunger wird neue Cheftrainerin der deutschen […] (01)
 
 
Suchbegriff