Stabilität in der Krise: Sozialisten stützen Frankreichs Regierung
Die französischen Sozialisten haben inmitten einer politischen Turbulenz einen wichtigen Unterstützungsbeitrag zur Stabilisierung der aktuellen Regierung unter Premier Sébastien Lecornu geleistet. Wie ihr Fraktionschef Boris Vallaud in der Nationalversammlung in Paris bekanntgab, werden sie beim anstehenden Misstrauensvotum nicht gegen die Regierung stimmen. Dieses Signal reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Regierungssturzes erheblich, insbesondere da das Misstrauensvotum von Frankreichs linken und nationalrechten Parteien initiiert wurde.
Ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung der Sozialisten dürfte die Ankündigung Lecornus gewesen sein, die umstrittene Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron auszusetzen. Diese Maßnahme, die die Regierung als Kompromissangebot präsentieren könnte, entspricht einer der Kernforderungen der Sozialisten. Sie hatten dies zur Bedingung für ihre Duldung der neu formierten Mitte-Rechts-Regierung gemacht. Vallaud erklärte, die Unterstützung für Lecornu sei durch ein übergeordnetes Interesse motiviert: das Wohl des Landes und seiner Bürger.
Dabei sei ihm bewusst, dass diese Entscheidung kein leichtes Wagnis darstelle und die Unsicherheit über dessen Ausgang hoch sei. Die aktuelle politische Lage zeigt, wie sehr die Regierung Lecornu auf den Goodwill und die Duldung oppositioneller Parteien angewiesen ist, da das Regierungslager in der Nationalversammlung über keine eigene Mehrheit verfügt. Die fehlende Fraktionsdisziplin bei Abstimmungen bringt dabei zusätzliche Unsicherheiten mit sich.

