SPD sucht Konsens: Erbschaftsteuer-Reform rückt in den Fokus
In der SPD formieren sich parteiübergreifende Stimmen, die eine Reform der Erbschaftsteuer fordern. Der Seeheimer Kreis, bekannt für seinen pragmatischen Ansatz, schließt sich den traditionellen Anliegen der Jusos an, um gerechte Beiträge der Wohlhabenden sicherzustellen. Dies berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Der Leitantrag der Jusos, der für den bevorstehenden Bundeskongress vorbereitet wird, fordert ausdrücklich, dass 'Reiche und besonders Überreiche endlich ihren fairen Anteil leisten.' Eine Vermögenssteuer in Verbindung mit besagten Änderungen in der Erbschaftssteuer wird als notwendige Maßnahme betrachtet.
Der Seeheimer Kreis hebt hervor, dass bestehende Regelungen die soziale Ungleichheit verstärken, indem sie Erben großer Vermögen mit nahezu vollständiger Steuerbefreiung privilegieren. Dies fördert ein System, in dem Reichtum ebenso wie Ungleichheit und Unmut vererbt wird. Angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte des Vermögens nicht aus eigener Leistung, sondern durch Erbschaften stammt, wird eine grundlegende Reform angestrebt.
Konkret schlägt der Seeheimer Kreis vor, die Privilegien für große Unternehmensvermögen abzuschaffen oder drastisch einzuschränken. Um den Fortbestand von Unternehmen zu sichern, könnte dies durch Steuerstundungen abgefedert werden. Zudem wird ein einmaliger Lebensfreibetrag anstelle der bisherigen gestaffelten Freibeträge erwogen. Eine progressivere Gestaltung der Erbschaftsteuer soll sicherstellen, dass größere Erbschaften auch entsprechend höher belastet werden.
Diese Reformvorschläge sind gegenwärtig als Diskussionsgrundlage innerhalb der großkoalitionären Regierung zu betrachten, die von Vertretern beider Flügel der SPD aktiv gestaltet werden soll.

