SPD setzt Akzent im Jugendschutz-Diskurs
Die SPD zeigt sich zukunftsfit und prägt die Diskussion um die Nutzung von sozialen Medien durch Jugendliche mit einem innovativen Vorschlag. In Zeiten, in denen analoge Werte wieder an Bedeutung gewinnen, hat die Partei erkannt, dass der Jugendschutz kein Relikt vergangener Tage ist. Zurecht greift sie auf etablierte Konzepte zurück, die sich bereits vielfach bewährt haben.
Im Gegensatz dazu scheint die CSU noch ein wenig in der Vergangenheit zu verharren. Ihre langsame Anpassung an die moderne Zeit könnte als Ausdruck einer jugendlichen, fast unbefangenen Unbekümmertheit interpretiert werden. Aber warum zögert die CDU? Aus Schleswig-Holstein liegt ein Antrag vor, der die Nutzung von Social Media bis zum Alter von 16 Jahren strikt untersagen möchte – und dieser Vorschlag stößt auf wenig Gegenwehr.
Viele Länder orientieren sich bereits an den strengen Maßgaben Australiens, während die Plattformbetreiber sich viel zu wenig ihrer Verantwortung bewusst sind. So hätte die CDU möglicherweise das Ruder in dieser Debatte übernehmen können, doch der Augenblick wurde vertan. Ganz anders die SPD, die gekonnt die Bühne nutzt, um dem Koalitionspartner die Show zu stehlen – und dies mit Erfolg.

