Spannungsfelder im Verpackungssektor: Gerresheimer schwächelt, Schott Pharma glänzt
Die divergierende Performance der Aktien von Gerresheimer und Schott Pharma sorgte am Mittwoch für Aufruhr unter den Investoren. Während die Papiere von Gerresheimer nach der Verschiebung ihres Jahresabschlusses 2025 um bis zu 35 Prozent einbrachen, konnte Schott Pharma fast 13 Prozent zulegen.
Ein kritischer Blick von JPMorgan-Experte David Adlington auf Gerresheimer beschreibt den unglücklichen Weg des Unternehmens, der sich von einem schlechten Zustand zu einem noch schlechteren entwickelt. Barclays-Analyst Pallav Mittal mahnt das neue Management, seine langfristige Strategie zu überarbeiten und realistische Ziele zu setzen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Die geplante Veröffentlichung der Jahreszahlen Ende Februar 2025 wurde verschoben, da interne Verstöße gegen Richtlinien sowie bilanzrechtliche Fehler festgestellt wurden. Im Zuge der internen Revision wurden korrigierte Bilanzierungen bei Umsatzerlösen und Vorräten vorgenommen. Erste organisatorische und personelle Anpassungen hat das Unternehmen bereits angegangen, zudem wurde eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur umfassenden Klärung hinzugezogen.
Gerresheimer plant Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro, ausgelöst durch Herausforderungen bei Sensile Medical in der Schweiz und Moulded Glass Chicago in den USA. Analysten gehen davon aus, dass die Ergebnisse für 2025 die Markterwartungen verfehlen und sich auch 2026 am oberen Rand der Prognosen bewegen werden. Zu Jahresbeginn 2025 galten die Aktien des Düsseldorfer Unternehmens mit einem Preis von rund 80 Euro und Übernahmegerüchten noch als attraktiv, bevor im Sommer Gespräche mit Finanzinvestoren abrupt endeten. Eine eingeschränkte Geschäftsentwicklung und Untersuchungen der Finanzaufsicht Bafin taten ihr Übriges, um das Vertrauen zu erschüttern.
Im Gegensatz dazu verzeichnete Schott Pharma mit einem dynamischen Start ins Geschäftsjahr 2025/26 positive Aussagen. Analyst Olivier Calvet von UBS lobte den unerwartet starken Umsatz und die operative Leistung, was Schott Pharma in der Gunst der Anleger steigen ließ.

