Bitcoin-Beteiligung von Kleinanlegern erreicht Rekordtief: Wohin sind die Investoren verschwunden?
Die Marktstruktur von Bitcoin (BTC) hat sich seit 2017 erheblich verändert. Neue Daten zeigen, dass die Beteiligung von Kleinanlegern an Bitcoin auf einer führenden Börse auf ein Neunjahrestief gesunken ist, da die Aktivität von Kleinanlegern weitgehend fehlt.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Besitz von BTC heute möglicherweise stärker zentralisiert ist als in der Vergangenheit.
Wird Bitcoin zentralisierter?
Laut einer aktuellen Analyse von CryptoQuant-Analyst Darkfost wird das Verhalten von Kleinanlegern anhand von Zuflüssen von weniger als 1 BTC zu Binance gemessen. Binance ist die am häufigsten genutzte Plattform dieser Gruppe und verzeichnet konstant die höchsten Handelsvolumina. Der Analyst stellte fest, dass der gleitende 30-Tage-Durchschnitt solcher Zuflüsse, die oft mit sogenannten „Shrimp“-Wallets in Verbindung gebracht werden, auf nur 332 BTC gesunken ist. Dies ist der niedrigste Stand seit 2017, dem Jahr, in dem Binance gestartet wurde.
Mehrere Faktoren haben zu diesem Rückgang beigetragen. Erstens behalten Kleinanleger zunehmend ihre Bitcoin auf Börsen. Da die Anzahl der Plattformen im Laufe der Zeit zugenommen hat, ist der Zugang zu BTC einfacher geworden. Einige Investoren ziehen die Verwahrung durch Dritte vor, da sie diese trotz vergangener Ereignisse wie dem Zusammenbruch von FTX als sicherer empfinden als die Selbstverwahrung. Dieses Muster deutet darauf hin, dass der Bitcoin-Besitz jetzt möglicherweise zentralisierter ist als in früheren Zyklen.
Darüber hinaus hat die Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs diesen Trend beschleunigt. Im Januar 2024 lagen die monatlichen Zuflüsse von Kleinanlegern zu Binance bei durchschnittlich etwa 1.000 BTC, fast das Dreifache des aktuellen Niveaus. Diese Produkte ermöglichen es Investoren, über reguliertere und als sicherer wahrgenommene Kanäle an den Preisbewegungen von BTC teilzuhaben.
Zusätzlich könnten einige Kleinanleger den Kryptomarkt ganz verlassen haben und stattdessen Kapital in Aktien und Rohstoffe umgeschichtet haben, die ebenfalls starke Renditen erzielt haben.
Ein kleinerer Faktor ist, dass einige Investoren im Laufe der Zeit mehr BTC angesammelt haben und in größere Wallet-Kategorien aufgestiegen sind, wodurch sie nicht mehr als Kleinanleger klassifiziert werden.
„Today we can say that Bitcoin’s evolution since 2017 has clearly reshaped market structure, and retail participants have likely adapted accordingly, resulting in substantially lower on-chain activity than in previous cycles.”
Abwärtsrisiken
Bitcoin geriet unter erneuten Druck, nachdem Donald Trump andeutete, dass die Spannungen um den Iran weiter eskalieren könnten. Dies führte zu einem Rückgang unter $67.000, da sich die Märkte an die steigenden geopolitischen Risiken anpassten. Ein weiterer Analyst, XWIN Research, argumentierte, dass der Rückgang tiefere strukturelle Schwächen anzeigt, anstatt nur eine kurzfristige Reaktion zu sein.
Ein wachsendes Ungleichgewicht in den Derivatemärkten wurde hervorgehoben, insbesondere an der Chicago Mercantile Exchange, wo das Open Interest bei Bitcoin-Futures stark auf kurzfristige Kontrakte konzentriert ist. Diese Konstellation erhöht die Abhängigkeit von gehebelten Positionen anstelle von Spot-Nachfrage, was wiederum das Risiko von Zwangsliquidationen in Stressphasen erhöht.
Auch die makroökonomischen Bedingungen haben sich verschlechtert, mit steigenden Ölpreisen, einem stärkeren US-Dollar und einer strafferen Liquidität, die Investoren von risikoreichen Anlagen wegdrängen. Es gibt drei Abwärtsszenarien: einen moderaten Rückgang in Richtung $50.000, einen tieferen Fall auf $20.000-$30.000, falls ETF-Abflüsse anhalten, und einen Extremfall, bei dem eskalierende Konflikte Bitcoin auf bis zu $10.000 drücken könnten.

