Spannungsfeld im Bundestag: Linke gibt Einblicke in Strategie bei Richterwahl
Im politischen Parkett des Bundestags zeichnen sich spannende Entscheidungen ab, denn einige Abgeordnete der Linksfraktion planen, bei der Wahl eines Verfassungsrichters für den von der Union nominierten Günter Spinner zu stimmen. Dieses Vorhaben hat die Deutsche Presse-Agentur jüngst aus vertraulichen Fraktionskreisen erfahren. Vorausgegangen war eine Sondersitzung der Linken, in der die Fraktion ihre Position in dieser Angelegenheit festlegte.
Interessanterweise stellt sich die Linkspartei gegen den Vorstoß der Union, die eine Verschiebung der Abstimmung über die SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf anstrebt. Die Linke signalisierte, dass sie einer solchen Änderung der Tagesordnung nicht zustimmen würde. Für die erfolgreiche Wahl eines Verfassungsrichters ist eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag nötig. Um eine Abhängigkeit von den Stimmen der AfD zu vermeiden, sind Union und SPD auf die Unterstützung der Grünen und der Linken angewiesen.
Ursprünglich hatte die Linkspartei ihre Unterstützung für Spinner an Gespräche mit der Union geknüpft, doch dazu kam es nicht. Die Linkspartei möchte auf keinen Fall der AfD den Triumph überlassen, eventuell Einfluss auf die Wahl eines Verfassungsrichters zu nehmen. In der Partei herrscht die Meinung vor, dass die zunehmende Politisierung des Ernennungsverfahrens bedauerlich ist.

