Spannungen um das iranische Atomprogramm: IAEA drängt auf Inspektionen
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat die dringende Notwendigkeit betont, die Inspektionen im Iran wieder aufzunehmen. Dies äußerte er am Rande einer Krisensitzung mit der österreichischen Regierung in Wien.
Laut Grossi haben die Inspektionen oberste Priorität, besonders nach den jüngsten Angriffen auf das iranische Atomprogramm. Er wies jedoch darauf hin, dass die Untersuchung der möglicherweise kriegsbeschädigten Anlagen mit erheblichen Herausforderungen verbunden sei.
Das iranische Parlament hat beschlossen, die Kooperation mit der IAEA zeitweilig auszusetzen, wie der staatliche Sender IRIB berichtete. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei zwei weiteren wichtigen Organen: dem Sicherheitsrat und dem Wächterrat des Landes.
Obwohl Grossi nicht konkret auf diesen möglichen Schritt einging, bleibt die Lage angespannt. Einige IAEA-Inspektoren sind trotz der Angriffe im Iran geblieben, jedoch mit eingeschränktem Zugang zu den Atomanlagen.
Grossi zufolge ist die Wiederaufnahme der Arbeit vor Ort kompliziert, da die Gefahr von Blindgängern und ein minimales Strahlenrisiko bestehe. Vorrangige Ziel der IAEA ist die Überprüfung des Verbleibs von fast waffenfähigem Uran im Iran.
Um die Inspektionsfrage zu klären, plant Grossi Gespräche mit europäischen Spitzenpolitikern. Nach dem Treffen in Wien reiste er nach Frankreich, um sich mit Präsident Emmanuel Macron zu beraten. Der Dialog mit dem Iran über die Modalitäten künftiger Inspektionen sei ebenfalls in Planung.

