Spannungen in der Türkei: Opposition unter Druck
Der politische Diskurs in der Türkei gerät erneut ins Visier, nachdem der Zugang zu Plattformen wie YouTube, Instagram und WhatsApp erheblich eingeschränkt wurde. Diese Einschränkungen folgten einem Protestaufruf der Opposition, wie die für Internetzensur bekannte Organisation Netblocks auf X mitteilte. Als Grund für die Maßnahme wird die Blockierung der Istanbuler Parteizentrale der größten Oppositionspartei CHP durch die Polizei genannt, eine Aktion, die seit Sonntagabend andauert.
Hintergrund der Proteste ist die Absetzung der CHP-Spitze in Istanbul aufgrund eines Gerichtsbeschlusses, der Unregelmäßigkeiten beim vergangenen Parteitag vorwirft und einen Verwalter einsetzt, der selbst aus den Reihen der CHP kommt. Diese Maßnahme hat zu erheblichem Unmut innerhalb der Partei geführt, da viele Mitglieder davon ausgehen, dass politische Motive hinter der Entscheidung stehen. Auch am Montagmorgen war der Zugang zu den betroffenen Plattformen nur über VPN-Dienste möglich.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht sich derweil mit Vorwürfen konfrontiert, maßgeblichen Einfluss auf die Justiz auszuüben, seitdem das Präsidialsystem 2017 eingeführt wurde. Die Regierung weist die Kritik zurück, während die CHP weiterhin Druck verspürt und sich in einem Klima der Unsicherheit befindet.

