Investmentweek

SpaceX-IPO 2026? Warum Saxo Bank die Raumfahrt neu denkt

21. Dezember 2025, 20:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
SpaceX-IPO 2026? Warum Saxo Bank die Raumfahrt neu denkt
Foto: InvestmentWeek
Die Raumfahrt wird zum Wachstumsmarkt – und SpaceX könnte der Auslöser für eine neue Investment-Ära sein.
Saxo Bank sieht SpaceX 2026 mit hoher Bewertung an der Börse, was die Raumfahrt zu einem expandierenden Wirtschaftssektor machen könnte.

Wenn die Saxo Bank ihre jährlichen „Outrageous Predictions“ veröffentlicht, geht es nicht um Prognosen im klassischen Sinn. Es geht um Grenzfälle. Um Szenarien, die unwahrscheinlich sind – aber nicht unmöglich. Für 2026 wagt das Institut nun einen Blick weit nach oben: Ein Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von mehr als einer Billion Dollar, als Initialzündung für eine neue Weltraumwirtschaft.

Was auf den ersten Blick nach Science-Fiction klingt, berührt einen realen Kern. Denn die Raumfahrt hat sich in den vergangenen Jahren von einem staatlich dominierten Prestigeprojekt zu einem kommerziellen Wachstumsmarkt entwickelt. Und kein Unternehmen steht so sehr für diesen Wandel wie SpaceX.

Saxo Bank denkt das Extrem konsequent zu Ende

In ihrer Vision geht die Saxo Bank davon aus, dass SpaceX nach erfolgreichen Tests des Starship-Systems den Schritt an die Börse wagt. Der Börsengang wäre nicht nur der größte der Geschichte, sondern auch ein psychologischer Wendepunkt für die Kapitalmärkte.

SpaceX würde damit zum ersten reinen Raumfahrtkonzern, der im Billionenbereich bewertet ist. Für Saxo ist das weniger eine Frage heutiger Erträge als der erwarteten Skalierung. Mit Starship könnten Startkosten weiter drastisch sinken, Nutzlasten in bisher ungekannten Dimensionen transportiert werden. Das öffnet Raum für neue Geschäftsmodelle: Satellitenkonstellationen, In-Orbit-Fertigung, Mondlogistik, langfristig sogar Marsmissionen.

Die Bank spricht bewusst von einer „extraterrestrischen Wirtschaft“. Gleichzeitig betont sie, dass es sich um ein Szenario mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit handelt. Der Wert der Prognose liegt nicht in ihrer Genauigkeit, sondern in der Perspektive: Was passiert, wenn Raumfahrt plötzlich investierbar wird wie Cloud-Computing vor zwanzig Jahren?

IPO-Pläne sind keine reine Fantasie

So zugespitzt Saxos These ist, sie fällt nicht vom Himmel. SpaceX selbst hält sich öffentlich bedeckt, doch im Markt kursieren seit Monaten konkrete Hinweise. Gespräche mit Investmentbanken laufen, ein Börsengang im Jahr 2026 gilt Insidern zufolge als realistisches Zeitfenster.

Dabei geht es um Summen, die selbst erfahrene Marktteilnehmer schlucken lassen. Im Raum stehen Bewertungen von über einer Billion Dollar und Kapitalaufnahmen von mehr als 25 Milliarden Dollar. Andere Berichte nennen sogar 1,5 Billionen Dollar. Sekundärverkäufe von Mitarbeiteranteilen deuten bereits heute auf Unternehmenswerte von deutlich über 800 Milliarden Dollar hin.

Der entscheidende Wachstumstreiber ist Starlink. Das Satelliteninternet liefert SpaceX wiederkehrende Umsätze, globale Reichweite und eine Story, die auch für Investoren greifbar ist. Raketenstarts allein sind beeindruckend, aber schwer zu bewerten. Abonnements und Datenströme sind es nicht.

Die Raumfahrt wird zum Wirtschaftssektor

Der Blick auf die Branche stützt zumindest die Richtung. Die globale Raumfahrtwirtschaft erreichte zuletzt ein Volumen von rund 570 Milliarden Dollar. Bemerkenswert ist weniger die Größe als die Struktur: Rund 80 Prozent der Umsätze stammen inzwischen aus kommerziellen Aktivitäten, nicht aus staatlichen Programmen.

Sinkende Startkosten, wiederverwendbare Raketen und eine explosionsartig wachsende Nachfrage nach Daten-, Navigations- und Kommunikationsdiensten treiben die Entwicklung. Prognosen sehen den Markt bis 2040 bei bis zu zwei Billionen Dollar. Damit wäre die Raumfahrt kein Nischenmarkt mehr, sondern ein eigenständiger Wirtschaftssektor.

In diesem Kontext wirkt Saxos Vision weniger wie eine Provokation, sondern wie eine radikale Fortschreibung bestehender Trends. Ein SpaceX-IPO wäre dann nicht Ursache, sondern Katalysator.

Wo die Risiken liegen

So groß die Fantasie ist, so real sind die Risiken. Regulatorische Fragen sind ungelöst: Wem gehören Ressourcen im All? Wie werden Haftungsfragen geregelt? Welche Rolle spielen nationale Interessen in einer zunehmend kommerziellen Umlaufbahn?

Hinzu kommt die Person Elon Musk. Ein börsennotiertes SpaceX würde Investoren zwingen, sich noch stärker mit der Abhängigkeit von einem charismatischen, aber unberechenbaren Gründer auseinanderzusetzen. Musks gleichzeitige Rollen in mehreren Großunternehmen erhöhen die Komplexität – und das Risiko.

Auch operativ bleibt offen, wie schnell sich Visionen monetarisieren lassen. Starship ist ambitioniert, aber technisch extrem anspruchsvoll. Verzögerungen wären keine Überraschung, sondern eher der Normalfall.

Ein Szenario mit Signalwirkung

Am Ende ist die Prognose der Saxo Bank genau das, was sie sein will: ein Gedankenexperiment. Doch eines mit Substanz. Die Raumfahrt ist kein ferner Traum mehr, sondern ein Markt, der Kapital, Technologie und politische Aufmerksamkeit bündelt.

Ob SpaceX 2026 tatsächlich an die Börse geht, ist offen. Ob es dann eine Billionenbewertung rechtfertigt, erst recht. Sicher ist nur: Die Vorstellung allein verändert den Blick vieler Investoren. Und manchmal beginnt eine neue Industrie genau so – nicht mit Gewissheit, sondern mit Fantasie, die plötzlich plausibel wirkt.

Finanzen / Börse / SpaceX / Raumfahrt / Börsengang / Starlink
[InvestmentWeek] · 21.12.2025 · 20:00 Uhr
[0 Kommentare]
bitcoin, crypto, finance, coin, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) warnt vor den Risiken der Krypto-Tokenisierung. Die Umstellung der Handelsinfrastruktur von Wall Street auf blockchain-basierte Systeme könnte Finanzkrisen beschleunigen und die Reaktionsfähigkeit der Regulierungsbehörden überfordern, obwohl die Technologie verspricht, Kosten zu senken und […] (00)
vor 46 Minuten
Bundeswehr-Soldat mit Pistole (Archiv)
Berlin/Oldenburg - Verfassungsrechtler kritisieren eine mögliche Genehmigungspflicht für Auslandsreisen für junge Männer. "Insgesamt halte ich die aktuelle Regelung außerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalles nicht für verhältnismäßig", sagte Alexander Thiele, Professor für Öffentliches Recht an der Business & Law School Berlin, der "Welt". Ziel […] (03)
vor 41 Minuten
Quantenphysik schlägt künstliche Intelligenz — mit nur neun Atomen
Wer mehr Rechenleistung braucht, baut größere Systeme — so lautet die Grundannahme, auf der ein großer Teil der modernen Computerentwicklung beruht. Mehr Schichten, mehr Verbindungen, mehr Energie. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal Physical Review Letters, stellt diese Logik grundsätzlich infrage. Ein Forschungsteam hat […] (00)
vor 5 Stunden
Review: Reolink Duo 3V PoE – statische Überwachung mit Dual-Kamera
Die Reolink Duo 3V PoE fällt schon beim ersten Blick aus dem Rahmen klassischer Überwachungskameras. Sie verzichtet auf ein einzelnes Objektiv und setzt stattdessen auf ein Dual-Lens-System, das zwei separate Kameras zu einem 180°-Panoramabild kombiniert. Das ist keine Spielerei: Die Kamera zielt darauf ab, maximale Flächen mit minimaler Hardware […] (00)
vor 2 Stunden
Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Stunden ich allein in Charakter-Editoren verbracht habe. Über alle Spiele hinweg, seit ich 2003 meinen ersten Helden in Neverwinter Nights zusammengeklickt habe. Das Ergebnis: mindestens 200 Stunden. Zweihundert Stunden, in denen ich Nasenlängen justiert, Augenbrauen verschoben und Haarfarben verglichen habe, ohne […] (00)
vor 31 Minuten
Prime Video zeigt Doku «Jerry West: The Logo» im April
Der Streamingdienst widmet der Basketball-Legende eine persönliche und schonungslose Dokumentation. Prime Video hat den Trailer zur Dokumentation Jerry West: The Logo veröffentlicht. Der abendfüllende Film feiert am 16. April seine Premiere und wird weltweit in mehr als 240 Ländern und Territorien verfügbar sein. Regie führt Kenya Barris, der mit «Jerry West: The Logo» sein Dokumentarfilmdebüt […] (00)
vor 10 Stunden
Daniel Altmaier
Monte-Carlo (dpa) - Tennisprofi Daniel Altmaier hat sein Auftaktmatch beim Masters-1000-Turnier in Monte-Carlo verloren. Der Deutsche unterlag dem Tschechen Tomas Machac in einer umkämpften Partie mit 4: 6, 6: 1, 3: 6. Nach verlorenem ersten Satz zeigte sich Altmaier stark verbessert. Nach einem schnellen Break zum 3: 1 wehrte er in einem umkämpften […] (00)
vor 4 Stunden
Veranstaltungstipp – Familienrundgang mit Bewegungsimpulsen und freier Eintritt
Mainz, 06.04.2026 (lifePR) - Wir laden Familien herzlich zu einer gemeinsamen Entdeckungstour durch die Kunsthalle ein. Hier gibt es immer etwas anderes zu erleben. Gemeinsames Rätseln, Forschen oder Zeichnen vor den Kunstwerken – mach einfach mit! Der Familienrundgang mit Bewegungsimpulsen findet am Sonntag, den 19/04 um 14 Uhr statt und ist Teil des Programms  Freistunden. Im Rahmen der  […] (00)
vor 4 Stunden
 
Wirtschaftsabkommen mit USA: Deutschland rechnet mit massiven Zusatzzöllen
Sorge vor massiven Zusatzzöllen auf deutsche Exporte Die deutsche Wirtschaft schaut […] (00)
Ein Vorschlag zur Entlastung Inmitten der Diskussion über die steigenden Spritpreise […] (00)
Nestlé verdient trotz Preiserhöhungen weniger: Volumenrückgang bremst Wachstum
Preiserhöhungen reichen nicht aus Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé befindet […] (00)
Wald (Archiv)
Hamburg - Der Wolf, der Ende März in Hamburg eine Frau ins Gesicht gebissen hatte, […] (00)
3sat zeigt Highlights der Grimme-Preisverleihung 2026 aus Marl
Der Kultursender strahlt die wichtigsten Momente der diesjährigen Preisvergabe am späten […] (00)
Dan Levy
(BANG) - Dan Levy hatte vor dem Tod von Catherine O’Hara über eine Fortsetzung von […] (00)
Cleveland Cavaliers - Indiana Pacers
New Orleans (dpa) - Die Orlando Magic um Basketball-Nationalspieler Franz Wagner […] (02)
Starfield DLC verrät neue Stadt – Fans hoffen auf echten Neustart
Es fühlt sich fast wie ein versteckter Blick hinter die Kulissen an: Neue […] (00)
 
 
Suchbegriff