Sozialversicherung im Fokus: CDU und Arbeitgeber uneinig über Reformansätze
In der Debatte um notwendige Reformen der Sozialversicherungen hebt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann die Dringlichkeit von Anpassungen hervor, ohne jedoch einer neu eingesetzten Kommission der Partei durch voreilige Äußerungen vorzugreifen. Angesichts hoher Lohnnebenkosten und der spürbaren Belastung auf Arbeitnehmerebene sieht Linnemann Reformbedarf insbesondere bei Sozialversicherungsbeiträgen. Er plädiert für eine stärkere Eigenverantwortung und fordert, dass bestimmte Aspekte, wie die Sinnhaftigkeit der telefonischen Krankschreibung, geprüft werden.
Einen anderen Akzent setzt Steffen Kampeter, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, mit seinem Vorschlag zur Einführung einer Kontaktgebühr für Arztbesuche. Diese Maßnahme soll die Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen stabilisieren und gleichzeitig das sogenannte "Ärzte-Hopping" eindämmen, das durch häufige Arztwechsel entsteht. Laut Kampeter sind geringere Ausgaben entscheidend, um die Beitragsstabilität sicherzustellen.
Der Sozialverband SoVD lehnt den Vorstoß der Arbeitgeber kategorisch ab. Michaela Engelmeier, Vorsitzende des SoVD, kritisiert die Idee als unsolidarisch, da sie vor allem chronisch kranke Menschen und einkommensschwächere Gruppen stärker belasten würde. Engelmeier warnt vor einer Zunahme verschleppter Erkrankungen, die langfristig zu höheren Kosten und mehr bürokratischem Aufwand in Arztpraxen führen könnten.

