Sommerflaute im Anleihehandel, während Fed-Chef Powell standhaft bleibt
Die Aktienmärkte zeigen sich schwach, während im Anleihehandel eine ruhige Sommerflaute herrscht. Tim Oechsner von der Steubing AG beschreibt die derzeitige Marktlage treffend als 'Sommerloch', da die Umsätze niedrig sind und die Volatilität bei Bundesanleihen abgeflaut ist. Auch die Renditen halten sich stabil.
Im Zentrum der Finanzwelt sorgte die jüngste Sitzung der US-Notenbank, begleitet von Fed-Chef Jerome Powell, für Gesprächsstoff. Er widerstand erneut den Zinssenkungsforderungen von US-Präsident Donald Trump und ließ die Leitzinsen unverändert. Zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten allerdings für eine leichte Senkung, was als größte Abweichung seit drei Jahrzehnten gilt.
Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank äußert Bedenken bezüglich der Unabhängigkeit der US-Notenbank nach Powells Amtszeitende 2026. Die Sorge ist groß, dass der Nachfolger dem Druck Trumps nachgeben könnte. Der Markt schaut nun gespannt auf den bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht, welcher neue Impulse für die Zinsentwicklung geben könnte.
Die EZB hat ebenfalls die Zinsen stabil gehalten, was bei den zehnjährigen Bundesanleihen nur eine marginale Veränderung von 2,75 auf 2,72 Prozent bewirkte. Commerzbank-Analyst Hauke Siemßen betont, dass das Wachstum und der Inflationsdruck durch den geplanten Bundeshaushalt 2026 mit einem hohen Defizit ansteigen könn-ten.
Im Staatsanleihenhandel sind die emittierten Anleihen Portugals mit Fälligkeit 2035 und hoher Nachfrage aktuell im Fokus. Unternehmensanleihen zeigen keinen klaren Trend, doch einige wie Mercedes, Volkswagen und Evonik erfreuen sich guter Umsätze. Anleihen der Beteiligungsgesellschaft Mutares hingegen schwächeln, nachdem die Bafin eine Prüfung des Jahresabschlusses 2023 eingeleitet hat.
Die Nachfrage nach Neuemissionen ist derzeit gering, was auf die Urlaubszeit zurückzuführen ist.

