Software-Riesen und KI-Fantasien beflügeln Aktienmärkte
Der Rausch um Oracles fulminantes Wachstum mit Rechenzentren beflügelt derzeit die Akteure im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Am Mittwoch konnten Oracle-Aktien in den USA vorbörslich um beeindruckende 30 Prozent zulegen. Diese Entwicklung entfachte auch bei anderen Unternehmen eine positive Dynamik: Die Aktien von SAP kletterten in der Spitze um 2,8 Prozent, während Siemens Energy einen Auftrieb von bis zu 3,5 Prozent erlebte.
Siemens Energy könnte vom steigenden Energiehunger der Rechenkapazitäten profitieren, da die Nachfrage nach Energietechnik wächst. Auch Hochtief, Bilfinger und Infineon gelten als potenzielle Profiteure des Ausbaus und Betriebs dieser Zentren. Besonders Infineon wird durch seinen Beitrag zur energieeffizienten Stromversorgung mittels Halbleitern beachtet. Der Baukonzern Hochtief verzeichnete einen bemerkenswerten Kursanstieg von 2,1 Prozent.
Anleger sind begeistert von den beeindruckenden, aber noch nicht realisierten Umsätzen von Oracle, die die klassischen Kennzahlen des Unternehmens in den Schatten stellen, heißt es von Jefferies-Analyst Brent Thill. Laut UBS-Experte Karl Keirstead kamen allein im letzten Geschäftsquartal 317 Milliarden Dollar zu den bestehenden 455 Milliarden Dollar RPO hinzu, was Oracle als potenziellen Wachstumsbeschleuniger im Technologiesektor positioniert.
Im Cloud-Segment verstärkt sich das Augenmerk auf Oracle, wo Unternehmenschefin Safra Catz nun noch ambitionierter als bisher geplant expandieren möchte, gefördert durch die zunehmende Verwendung von KI. Bereits im Juni hatte Oracle mit positiven Zukunftsaussichten für KI-Infrastrukturen überrascht. Bekannt wurde ein Vertrag über die Entwicklung von 4,5 Gigawatt zusätzlicher Rechenzentrumskapazität in den USA mit OpenAI.
Die KI-Infrastrukturerweiterung sorgt nicht nur bei Oracle für Bewegung; auch andere cloud-orientierte Aktien wie SAP werden mit Phantasie aufgeladen. In den USA zeigen auch weitere KI-relevante Titel, wie Nvidia mit einem Kursplus von gut zwei Prozent im vorbörslichen Handel, Aufwärtstrends.
Bei Siemens Energy wird die KI-Euphorie als treibender Faktor für eine beeindruckende Erholungsrally seit Ende 2023 gesehen, die mittlerweile zur Rekordjagd mutierte. Analyst Gael de-Bray von der Deutschen Bank hob im Juni zudem hervor, dass der mehrjährige Investitionszyklus in Energietechnik durch den Energiebedarf der Rechenzentren nun an zusätzlicher Fahrt aufgenommen habe. Die Aktien von Hochtief und Bilfinger erlebten 2023 durch die KI-Euphorie Höhenflüge bisher unbekannten Ausmaßes.

