Söder fordert Aufhebung des Verbrennerverbots – Kontroverse um Zukunft der Autoindustrie
CSU-Chef Markus Söder hebt erneut seine Stimme gegen das ab 2035 geplante EU-weite Verbot neuer Verbrennerfahrzeuge. Söder möchte mit seiner Forderung die angeschlagene deutsche Automobilbranche stärken und sieht in E-Fuels und modernen Antriebstechnologien eine Zukunft für den Verbrenner. Der bayerische Ministerpräsident warnt vor massiven Arbeitsplatzverlusten und betont die zentrale Rolle der Automobilindustrie für die deutsche Wirtschaft. In einem von der 'Bild am Sonntag' zitierten Zehn-Punkte-Plan plädiert Söder ebenfalls für eine Überarbeitung der CO2-Reduktionsziele, mehr Ladestationen auch für Busse, die Förderung der Zulieferindustrie und die Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Ebenfalls enthalten ist der Vorschlag einer kostengünstigeren Führerscheinausbildung.
Branchenkritiker wie Ferdinand Dudenhöffer betrachten den Plan jedoch eher als ein Sammelsurium unverknüpfter Vorschläge. Katharina Dröge von den Grünen zeigt sich offen für eine geringfügige Verschiebung des Verbots, kritisiert aber eine komplette Abschaffung als kontraproduktiv und sieht Söder als potenziellen 'Totengräber' der deutschen Automobilindustrie. Auch Dudenhöffer warnt, dass die Diskussion um ein Verbrennerverbot die Autokäufer verunsichern könnte, was den ohnehin unter Druck stehenden Autoherstellern schaden könnte.
Die Bedeutung der Elektromobilität wird zusätzlich von VW-Chef Oliver Blume unterstrichen, der E-Autos als Zukunft der Branche sieht. Bundeskanzler Friedrich Merz plant ein Gipfeltreffen mit Vertretern der Automobilindustrie, um die Herausforderungen durch Absatzschwierigkeiten, chinesische Konkurrenz und den Zollstreit mit den USA zu adressieren. Die Autobranche sieht in solchen Dialogen wichtige Schritte zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

