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Smartgains: Zwischen Disziplin, Millionen-Deals und moralischen Fragen

03. September 2025, 16:42 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Benjamin Burkhardt alias Smartgains hat durch Disziplin ein Fitness-Imperium aufgebaut. Doch Marketing-Taktiken wie FOMO werfen ethische Bedenken auf.

Der Aufstieg eines Fitness-Phänomens

Benjamin Burkhardt, besser bekannt als Smartgains, ist für viele der Inbegriff eiserner Disziplin. Geboren 1991, fand er früh den Weg ins Krafttraining – ein Ausgleich zum Fußball, der bald zur Leidenschaft wurde.

Aus dieser Leidenschaft formte er ein Geschäftsmodell: als Coach, Youtuber, Studiobetreiber und Unternehmer. Seine Geschichte liest sich wie die Blaupause des modernen Influencer-Erfolgs.

Doch Burkhardts Weg ist kein klassischer Selfmade-Märchenstoff. Vielmehr zeigt sich darin das Spannungsfeld einer Industrie, die enorme Chancen bietet, aber auch ethische Grauzonen schafft.

Von der Hantelbank ins Geschäft

Aus der Fitnessleidenschaft erwuchs mehr: 2019 gründete Burkhardt die Bekleidungsmarke Oace. Stilvolle Sportbekleidung, klar positioniert im Premiumsegment – und preislich deutlich über Konkurrenz wie Gymshark oder Smilodox. Ein mutiger Schritt, der aber Fragen nach dem Verhältnis von Qualität und Preis aufwirft.

Parallel baute er seine Rolle in der Quality Group aus, einer Holding für Marken wie ESN, Got7 oder VAYU. Mit CVC Capital Partners als Finanzinvestor im Rücken wurde klar: Hier geht es längst nicht mehr nur um Sport – es geht um internationale Expansion und Exit-Strategien.

Marketing zwischen Nähe und Manipulation

Kritisch wird Burkhardts Arbeit vor allem im Marketingkontext betrachtet. Die Quality Group setzt massiv auf Influencer – über 100 davon werben für ESN-Produkte, meist mit Rabattcodes.

Das Modell wirkt simpel, schafft aber Abhängigkeiten: Kunden kaufen, weil ihnen jemand aus dem Feed, fast wie ein digitaler Freund, Produkte empfiehlt.

Hinzu kommen Techniken wie künstliche Verknappung und aggressive Social-Media-Kampagnen. Für die einen cleveres Geschäft, für die anderen Manipulation, die gerade junge Menschen unter Druck setzt. „Fear of missing out“ wird hier zum Geschäftsmodell – mit unklaren Folgen für das Vertrauen in die Marke.

Privates unter öffentlichem Druck

Burkhardt und seine Partnerin Sally bauten lange Zeit ihre Marke auch als Paar auf – privat und geschäftlich kaum zu trennen. Doch zuletzt wurde es still um Sally. Ihr Rückzug aus der Öffentlichkeit wirft Fragen auf: Belastungen durch das Geschäft? Persönliche Konsequenzen des ständigen Drucks?

Das Schweigen sorgt für Spekulationen. Dass beide nicht mehr gemeinsam bei großen Branchen-Events auftreten, verstärkt den Eindruck von Distanz. Was bleibt, ist das Bild einer Beziehung, die im Spannungsfeld zwischen privatem Glück und öffentlicher Selbstdarstellung zerrieben wurde.

Marketing mit künstlicher Verknappung: Viele Programme setzen auf Rabattaktionen und FOMO-Taktiken – ein typisches Muster im Fitness-Influencer-Markt, das Käufer unter Druck setzt, schnell zuzuschlagen.

Das Dilemma der Verantwortung

Smartgains ist zweifellos eine Erfolgsgeschichte – ein Influencer, der es zum Unternehmer gebracht hat. Doch mit der Reichweite wächst auch die Verantwortung. Wer hunderttausende Menschen erreicht, prägt Denkweisen, Kaufentscheidungen und Lebensstile.

Die entscheidende Frage lautet: Wird dieser Verantwortung Rechnung getragen – oder rücken Gewinne und Expansion stärker in den Vordergrund?

Die Fitnessbranche lebt vom Traum eines besseren Selbst. Ob Benjamin Burkhardt diesen Traum fair verkauft oder überdehnt, wird über seine Rolle in der Szene entscheiden.

Smartgains-Programme: FOMO statt Fokus? Ein kritischer Blick hinter die Kulissen

Schnellkurs statt Ausdauer: Wenn Programme mehr Hype als Substanz bieten. Ein Blick auf das Programmangebot von Smartgains offenbart eine klassische Fear-of-Missing-Out-Maschinerie statt disziplinierter Fitnessförderung: Die Auswahl aus PPL – The Program (39,90 €), der SMART ACADEMY (149 €) oder diversen eBooks mag auf den ersten Blick attraktiv wirken – doch sie bergen eine Gefahr: die Illusion von Fortschritt ohne echtes System.

1. Verkauf statt Struktur

Smartgains bietet eine breite Produktpalette – von Komplettprogrammen über Ernährungsguides bis hin zu Lifestyle-Büchern. Doch allzu schnell ersetzt ein Guide das echte Training. Statt langfristige Gewohnheiten über Jahre aufzubauen, suggerieren Apps und Pläne schnellen Erfolg. Effizienz im Sport entsteht jedoch nur durch wiederholte Umsetzung, nicht durch das nächste PDF.

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2. FOMO-Fallen durch Content-Flut

Die lockenden Titel wie SMART DIET, SMART TRAINING oder SMART LIFESTYLE wecken Erwartung: Ein Programm für alles! Diese Omnipräsenz kann subtil Druck aufbauen. Wer will schon den Anschluss verlieren, wenn täglich neue Inhalte präsentiert werden? Der wahre Fortschritt entsteht jedoch nicht durch Konsum, sondern durch Klarheit und Fokus.

3. Preis und Wert – nicht immer proportional

Obwohl 39 € für eine Trainingsbuch bewegend klingt, darf nicht ignoriert werden: Die Rabatte, die schnelle Umsätze sollen, führen Nutzer schnell in Einzelkäufe, statt in systemische Veränderungen. Wirkliche Transformation beginnt mit Achtsamkeit, nicht mit dem nächsten Account-Buchungstool.

4. Fehlender Bezug zur individuellen Realität

Die Programme wirken standardisiert – ein Gift für Menschen, deren Bedürfnisse individuell sind. Wer aber einen Trainingsplan nur übernimmt, statt ihn auf eigene Ziele abzustimmen, läuft Gefahr, auf lange Sicht demotiviert zu bleiben.

5. Disziplin wird ersetzt durch Erlebnis inszenierung

Im Fitnessbereich gewinnt derjenige, der an Routine festhält – Woche um Woche, auch ohne Content-Update. Das Angebot von Smartgains fokussiert jedoch auf Erlebnis, nicht Alltagstauglichkeit. Dauerhafte Erfolge entstehen nicht durch Mood-Swings, sondern durch konstante Disziplin.

Wer echte Fortschritte will, braucht kein Programm-Mosaik – sondern einen klaren Plan, den er lebt. In einer Welt, die Dauerreize statt Dauerhaftigkeit honoriert, braucht es mehr Disziplin als Downloads.

Für Leser der InvestmentWeek bleibt festzuhalten: FOMO kann teuer werden – im Training wie an den Finanzmärkten. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Wer wirklich langfristig gewinnt, investiert nicht in Marken, sondern in sich.

SmartGym: Fitness-Tempel oder geschicktes Geschäftsmodell?

SmartGym wächst – von Heilbronn bis Neumarkt. Hinter der Marke steht auch Benjamin Burkhardt alias „Smartgains“. Doch was als Lifestyle-Tempel glänzt, wirft Fragen nach Geschäftsmodell, Pricing und Nachhaltigkeit auf.

SmartGym setzt auf Premiumausstattung – mit Gym80-Geräten und Freiflächen, die sonst eher in Profi-Studios zu finden sind.

Von YouTube ins echte Studio

Benjamin Burkhardt, besser bekannt als „Smartgains“, hat sich in den vergangenen Jahren als Fitness-Influencer eine enorme Reichweite aufgebaut. Seine Transformation vom Studenten zum Fitnessunternehmer dient vielen als Projektionsfläche für Disziplin und Leistungswillen. Der Schritt ins eigene Studio war fast folgerichtig: SmartGym ist die physische Erweiterung der Marke, die Burkhardt seit Jahren digital inszeniert.

Doch die Expansion zeigt auch, wie eng Influencer-Marke und Geschäftsmodell verzahnt sind. Wer Smartgains folgt, soll früher oder später auch im SmartGym trainieren. Es ist der klassische Funnel – von Content über Community bis zur Monetarisierung im eigenen Studio.

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Premium statt Massenmarkt

SmartGym positioniert sich klar im Premiumsegment:

  • Sechs Squat-Racks im Freihantelbereich,
  • 31 Meter Rollrasen für Athletiktraining,
  • Gym80-Geräte als Standard,
  • und Wellness-Extras wie Regenduschen oder Lounge-Area.

Während klassische Ketten wie McFit oder FitX auf Masse setzen, spielt SmartGym bewusst die Boutique-Karte: weniger Standorte, höhere Preise, stärkere Bindung an die Marke. Das ist clever – aber auch riskant. Denn der Premiumansatz funktioniert nur, wenn die Community mitzieht.

Die Rolle von Burkhardt

Burkhardt ist das Gesicht – und genau das macht das Modell fragil. Fällt seine Strahlkraft als Influencer weg, droht das Geschäftsmodell zu erodieren. In der Fitnessbranche zeigt sich immer wieder, dass Konzepte eng an Personen gebunden sind: Fällt die Person, fällt die Marke. Gleichzeitig profitiert SmartGym enorm von der Strahlkraft des Gründers: Millionen Reichweite, ständige Präsenz, direkte Community-Ansprache.

Es ist ein doppeltes Spiel – zwischen stabiler Unternehmensstruktur und Personal-Brand-Getriebenheit.

Der Aufbau eines eigenen Studios bleibt eine unternehmerische Leistung – trotz aller Kritik an Preis und Strategie.

Kritik: FOMO statt Disziplin?

SmartGym wird, ähnlich wie Burkhardts Fitnessprogramme, auch mit einem Gefühl von „Exklusivität“ vermarktet. Limitierte Zugänge, Aktionen mit Countdown, Storytelling über Disziplin und „Härte“ – vieles davon weckt FOMO (Fear of Missing Out) bei der Zielgruppe. Doch die Wahrheit ist: Trainingserfolge kommen nicht durch die Mitgliedschaft in einem Premium-Studio, sondern durch langfristige Disziplin.

Die Frage ist also: verkauft SmartGym echten Mehrwert – oder vor allem ein Gefühl?

Unternehmerische Leistung

Unabhängig davon muss man anerkennen: Ein solches Studio aufzubauen, ist keine Kleinigkeit. Von der Standortwahl über die Investition in Geräte bis zum operativen Management steckt erhebliche Arbeit und Kapital dahinter. Gerade in einem Markt, in dem Billigketten dominieren und Margen knapp kalkuliert sind, ist der Aufbau eines Boutique-Fitness-Labels eine beachtliche unternehmerische Leistung.

SmartGym zeigt, wie Influencer ihre Reichweite nutzen, um physische Geschäftsmodelle aufzubauen – und liefert damit ein spannendes Fallbeispiel für die Schnittstelle zwischen Social Media und Realwirtschaft.

Finanzen / Unternehmen / Fitness / Influencer / Marketing
[InvestmentWeek] · 03.09.2025 · 16:42 Uhr
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