Slowakei: Rückkehr russischen Öls über die Druschba-Pipeline

Wiederaufnahme der Öllieferungen
Die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova hat heute bekannt gegeben, dass die Druschba-Pipeline wieder in Betrieb genommen wurde und russisches Öl in die Slowakei fließt. "Heute ab 2.00 Uhr Früh wurde die Lieferung von Erdöl über die Druschba-Ölleitung wieder erneuert", äußerte die Ministerin auf Facebook. Diese Entwicklung erfolgt im Einklang mit dem vereinbarten Plan und zeigt, wie wichtig die Energieversorgung für die slowakische Wirtschaft ist.
Zweifel an den Ursachen der Unterbrechung
Die Druschba-Pipeline war am 27. Januar durch russische Drohnenangriffe beschädigt worden, was zu einem Ausfall der Lieferungen nach Ungarn und in die Slowakei führte. Sowohl der slowakische Ministerpräsident Robert Fico als auch der scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor Orban äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der offiziellen Begründung für die Unterbrechung. Beide Länder fordern eine unabhängige Inspektion der Pipeline, um die tatsächlichen Ursachen zu klären.
Veto gegen EU-Sanktionen
Die Unterbrechung des Öltransits führte dazu, dass die Slowakei gemeinsam mit Ungarn gegen das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland protestierte. Während Ungarn ein Veto einlegte, entschied sich die Slowakei, dies nicht zu tun, insbesondere nicht gegen den gleichzeitig diskutierten EU-Hilfskredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Bratislava erklärte, dass das Veto gegen die Sanktionen aufgehoben werde, sobald die Ölversorgung wieder gesichert sei.
Abhängigkeit von russischem Öl
Die Slowakei ist nach wie vor stark von russischen Öllieferungen abhängig und hat sich daher eine Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland gesichert, die auch mit Kiew abgestimmt wurde. Nach dem Stopp der Öllieferungen rief die slowakische Regierung bereits Mitte Februar einen "Erdöl-Notstand" aus, um Maßnahmen zur Preisregulierung und die Freigabe von Öl aus staatlichen Notreserven zu ermöglichen. Diese Schritte sind entscheidend, um einen Zusammenbruch der Tankstellenversorgung zu verhindern und die Stabilität der slowakischen Wirtschaft zu sichern.

