Sicherheit im Schienenverkehr: Bundesweiter Aktionsplan ins Leben gerufen
Der Eisenbahnsektor Deutschlands stärkt seine Sicherheitsvorkehrungen: In einem wesentlichen Schritt zur Prävention körperlicher Angriffe auf Bahnmitarbeiter verkündete Evelyn Palla, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, einen umfassenden Aktionsplan. Bei einem hochkarätig besetzten Treffen in Berlin unterstrich Palla das Primat präventiver Maßnahmen: „Wir wollen handeln, bevor etwas passiert.“ Der Sicherheitsgipfel, initiiert durch einen tragischen Vorfall, bei dem ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz getötet wurde, fand breite Beteiligung von Politik, Gewerkschaften und Branchenvertretern.
BundesverkehrsMinister Patrick Schnieder erklärte hierbei seine Unterstützung für flächendeckende Bodycam-Ausstattungen und eine Weiterentwicklung bestehender Notrufsysteme. Zusätzlich plant die Deutsche Bahn, 200 neue Sicherheitskräfte einzustellen, um den bestehenden Personalstand zu verstärken. Eine der von den Gewerkschaften stark geforderten Maßnahmen, die Einführung von Bodycams, wird nun im gesamten Fernverkehr umgesetzt.
Doch nicht alle Forderungen der Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wie die verbindliche Doppelbesetzung bei Ticketkontrollen in Regionalzügen fanden Zustimmung. Die finanzielle Unterdeckung der Länder im öffentlichen Nahverkehr wurde von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter thematisiert. EVG-Chef Martin Burkert reagierte enttäuscht auf die ungelöste Frage der Personalbesetzung und rief zu weiterem politischem Engagement auf Bundesebene auf. Trotz eines leichten Rückgangs berichtete die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr von rund 3.000 körperlichen Übergriffen auf Mitarbeitende. Die Diskussion über Sicherungsmaßnahmen bleibt somit ein dynamischer Prozess, wie Ingo Wortmann vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen betonte.

