Selbstbewusst und Souverän: Europa im Dialog mit den USA
Verteidigungsminister Boris Pistorius fordert die europäischen Länder auf, ein gesundes Selbstbewusstsein gegenüber den Vereinigten Staaten zu entwickeln. Er warnt davor, die Aufmerksamkeit zu sehr auf die amerikanische Regierung zu richten, da dies den Fokus auf die eigenen Aufgaben und die Notwendigkeit, unabhängiger zu werden, gefährden könnte.
Dies äußerte der SPD-Politiker in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Im Hinblick auf die Politik von Präsident Donald Trump betont Pistorius, dass Unsicherheit und Angst nicht die Grundlage für rationale Entscheidungen darstellen sollten.
Den europäischen Regierungen rät er, sich nicht von den US-amerikanischen Interessensbekundungen einschüchtern zu lassen, wie sie zuletzt in der Debatte um Grönland zutage getreten sind. Pistorius unterstreicht die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Europa und den USA, insbesondere aus geostrategischer und geoökonomischer Sicht.
Würde Russland seine Einflusssphäre auf Europa ausdehnen, stünden die Vereinigten Staaten vor erheblichen geopolitischen Herausforderungen. Eine solche Verschiebung der Machtverhältnisse wäre nicht im Interesse der USA.
Zur Bedeutung der US-Luftwaffenbasis in Ramstein erklärt Pistorius, dass dieser Standort von zentraler Bedeutung für Operationen der USA außerhalb ihres Staatsgebiets ist, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten. Eine fortdauernde Partnerschaft innerhalb der Nato betrachtet der Minister als gesichert, ohne dass Zweifel an der Allianz erkennbar wären.

