Sechs Thesen zeigen, wie Krypto 2026 wirklich funktioniert
1. Makroökonomie übernimmt das Ruder
Der klassische Vierjahreszyklus von Bitcoin verliert laut Report an Aussagekraft. Stattdessen bestimmen institutionelle Kapitalströme, geldpolitische Entscheidungen und geopolitische Entwicklungen zunehmend die Kursbewegungen. Bereits 2025 hätten institutionelle Investoren deutlich mehr Bitcoins gekauft, als neu geschaffen wurden. Diese strukturelle Nachfrage stabilisiere den Markt und verändere das Risikoprofil nachhaltig.
Bitcoin etabliere sich damit stärker als makroökonomischer Vermögenswert und Inflationsabsicherung. Auch das Verhältnis von Bitcoin zu Gold deute laut 21Shares auf weiteres Aufwärtspotenzial hin.
2. Regulierung schafft Transparenz und Vertrauen
2026 könnte zum Wendepunkt der globalen Kryptoregulierung werden. Mit dem Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) führt die OECD erstmals einen internationalen Standard für die automatische Meldung von Krypto-Transaktionen an Steuerbehörden ein. In Europa setzt die EU diesen Rahmen über die DAC8-Richtlinie verbindlich um.
Börsen und Wallet-Anbieter werden damit zur umfassenden steuerlichen Offenlegung verpflichtet. Nach Einschätzung von 21Shares handelt es sich um den größten Regulierungsschub seit Jahren – mit dem Potenzial, Rechtssicherheit zu schaffen und institutionelles Vertrauen deutlich zu stärken.
3. Institutionelle Anleger werden zum Haupttreiber
Bitcoin-ETPs halten bereits heute mehr als sieben Prozent aller existierenden Bitcoins. 21Shares erwartet, dass der globale Markt für Krypto-ETPs bis Ende 2026 auf über 400 Milliarden US-Dollar anwächst. Der Zugang zu digitalen Assets wird dabei zunehmend alltäglich: Banken, Onlinebroker und sogar Altersvorsorgeprodukte integrieren Krypto-Investments schrittweise als Standardbaustein.
Diese Entwicklung dürfte die Volatilität dämpfen, die Liquidität erhöhen und Kryptowährungen stärker an klassische Kapitalmärkte anbinden.
4. Dezentrale Finanzen stehen vor neuem Wachstumsschub
Der Fokus verlagert sich zunehmend vom Experiment zur praktischen Anwendung. Das dezentrale Finanzwesen (DeFi) könnte laut Report die Marke von 300 Milliarden US-Dollar an gebundenen Vermögenswerten überschreiten. Treiber sind sinkende Zinsen, institutionelle Liquidität und die wachsende Tokenisierung realer Vermögenswerte.
Vorhersagemärkte, tokenisierte Kredite und digitale Treasury-Modelle entwickeln sich demnach zu tragenden Säulen des Ökosystems und erhöhen die wirtschaftliche Relevanz dezentraler Anwendungen.
5. Tokenisierung wird zum stillen Milliardenmotor
Besonders großes Potenzial sieht 21Shares in der Tokenisierung sogenannter Real-World-Assets. Für 2026 prognostizieren die Autoren ein Volumen von über 500 Milliarden US-Dollar. Im Fokus stehen private Kredite, Staatsanleihen und Vorab-Beteiligungen vor Börsengängen.
Die Blockchain ermögliche liquide, programmierbare und rund um die Uhr handelbare Anlageformen. Für Investoren und Unternehmen bedeutet das schnellere Abwicklung, flexiblere Beteiligungsmodelle und geringere Kosten. Banken und institutionelle Investoren könnten dadurch verstärkt auf Onchain-Infrastruktur setzen.
6. Bitcoin steigt auf bis zu 180.000 US-Dollar
Auch bei den Kurszielen bleibt der Report optimistisch. Für Bitcoin rechnet 21Shares 2026 mit Preisen zwischen 150.000 und 175.000 US-Dollar, mit möglichen Spitzen über 180.000 US-Dollar. Ethereum dürfte insbesondere von ausgereiften Layer-2-Lösungen und besser skalierbaren Anwendungen profitieren.
Zusätzlich gewinnen Infrastrukturprojekte rund um Bitcoin, etwa neue Layer-2-Protokolle, weiter an Bedeutung und könnten die Nutzung jenseits des reinen Wertaufbewahrungsmittels stärken.
Fazit
Adrian Fritz, Chief Investment Strategist bei 21Shares, bringt den Wandel auf den Punkt: Kryptowährungen stünden 2026 an der Schwelle zur Integration in klar strukturierte, global relevante Finanzmärkte. Der Markt entwickle sich von einer experimentellen Technologie hin zu einer belastbaren infrastrukturellen Schicht des digitalen Finanzsystems.
Für Anleger bedeutet das: weniger Spekulation, mehr Struktur – und ein Markt, der zunehmend nach makroökonomischen Regeln funktioniert.


